Flusskreuzfahrt in Straßburg

Die Europastadt Straßburg (Strasbourg, 275.000 Einwohner) zählt zu den besonders interessanten und schönen Städten des Kontinents. Das gesamte Zentrum wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Daneben ist die Stadt Sitz zahlreicher EU-Institutionen, etwa des Europaparlaments, des Europarates oder des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Straßburg ist eines der beeindruckensten Reiseziele bei einer Rheinkreuzfahrt mit nicko cruises.

Um die Zeitenwende legten die Römer hier ein Kastell an; ab dem 4. Jahrhundert existierte eine alemannische Siedlung. 1003 wurde Straßburg Bischofsstadt, 1262 Freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Die Stadt entwickelte sich danach zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum. Der aus Mainz stammende Johannes Gutenberg erfand hier 1443/1444 die Buchdruckerkunst, die er später in Mainz ausübte.

Flusskreuzfahrten nach Straßburg von nicko cruises

Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam die Stadt zu Frankreich, wurde 1871 jedoch mit dem gesamten Elsass ins Deutsche Reich eingegliedert. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg kam Straßburg wieder zu Frankreich, wurde 1940 abermals von Deutschland annektiert, bis die Stadt 1944 von den Nationalsozialisten befreit werden konnte. In der Nachkriegszeit begann mit der Gründung des Europarats 1949 die „Europäische Karriere“ der Stadt.

Im Zentrum der Stadt entdecken Sie bei einer Flusskreuzfahrt in Straßburg das berühmte Liebfrauenmünster, eines der wichtigsten Bauwerke der europäischen Architekturgeschichte. Über zweieinhalb Jahrhunderte wurde zwischen 1176 und 1439 an der Stelle einer früheren Kirche am Münster gebaut. Romanisch begonnen, wurde der Bau aus rotem Vogesensandstein bald in gotischem Stil weitergeführt. Der 142 Meter hohe Nordturm war lange Zeit der höchste Turm der Welt. Vom geplanten zweiten Turm wurde nur der Stumpf gebaut, der Rest blieb unvollendet.

Besonders eindrucksvoll und vielfach kopiert ist das Rosettenfenster an der Westfassade mit einem Durchmesser von 13,50 Meter. Außergewöhnlich reich und vielgestaltig sind auch der hochgotische Figurenschmuck in den Portalen und die Darstellung des Todes der Maria im Tympanon des südlichen Querhauses.

Auch das Innere des 32 Meter hohen Hauptschiffes beeindruckt durch seine himmelstrebende Höhe und Würde. Sehenswert sind auch schöne Glasmalereien, eine Silbermann-Orgel sowie eine historische Astronomische Uhr. Dieses 1574 vollendete Meisterwerk der Renaissance wurde gemeinsam von Uhrmachern, Mathematikern, Bildhauern, Malern und Automatenherstellern geschaffen. Ein Figurenspiel folgt den verschiedenen Lebensstufen eines Menschen von der Kindheit über die Jugend bis zum Erwachsenen- und Greisenalter. Weiter oben sieht man die Apostel, die vor Christus vorbeiziehen. Das heutige Uhrwerk stammt aus dem Jahr 1842 und zeigt die Bahnen von der Erde, dem Mond und den damals bekannten Planeten. Außerdem errechnet das Uhrwerk die veränderlichen Festtage des jeweiligen Jahres, die vom Frühlingsanfang und dem Stand des Mondes abhängen (Ostern und Pfingsten). Der Engelspfeiler vor der Uhr versinnbildlicht das Jüngste Gericht.

Rund um den Münsterplatz reihen sich zahlreiche Fachwerkhäuser mit zum Teil vier und fünf Etagen. Besonders beachtenswert das reich verzierte Maison Kammerzell, ein altes Kaufmannshaus aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Das gesamte Münsterviertel erstreckt sich zwischen dem Place Broglie, dem Place Gutenberg und dem Place Kléber und wurde mit repräsentativen öffentlichen Gebäuden und hübschen Handwerkshäusern aus dem 18. Jahrhundert zudem das wichtigste Einkaufsviertel der elsässischen Metropole.

In der Nähe des Münsterviertels entdecken Sie bei einer Flussreise nach Straßburg das vielleicht charmanteste und immer von Besuchern aus aller Welt bevölkerte Stadtviertel La Petite France. Früher war es ein finsterer Stadtteil, in dem Gerber die übel riechenden Felle wässerten und trockneten, wo Gauner und Banditen Unterschlupf fanden und angeblich dunkle Geschäfte machten. Der Name geht auf ein mittelalterliches Hospital zurück, in dem erkrankte Soldaten aus ganz Frankreich behandelt wurden.

Heute ist La Petite France eine Fußgängerzone mit engen Gassen, Fachwerkhäuschen und vielen kleinen Geschäften und Restaurants. Besonders schön die Maison des Tanneurs direkt am Kanal der Ill, ein ehemaliges Gerberhaus aus dem 16. Jahrhundert und heute ein beliebtes Lokal. Vier ursprünglich überdachte Holzbrücken, im 19. Jahrhundert aus Stein neu erbaut, überspannen am Rand des Viertels die Ill-Kanäle. Auf den Landspitzen dazwischen erheben sich mächtige Türme. Früher versperrten zusätzlich Fallgitter diesen Stadteingang.Einen schönen Blick auf das Quartier bietet die Aussichtsterrasse auf dem auch „Große Schleuse“ genannten Vauban-Wehr.

In einem imposanten, futuristischsten Gebäude am Ufer der Ill tagt das Europaparlament. 700 bis 800 Abgeordnete und ihre Mitarbeiter lassen die Einwohnerzahl der Stadt in den Sitzungswochen um etwa 3.000 Menschen anwachsen. Das Gebäude verfügt über mehr als 1.000 Büros und einen großen Plenarsaal. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist an seinen zwei Zylindern leicht zu erkennen. Bei der offiziellen Einweihung 1995 wurde ein bemalter Betonteil der Berliner Mauer vor dem Eingang aufgestellt.