Flusskreuzfahrt Loreley - nicko cruises

Auf der rechten Rheinseite steigt bei St. Goarshausen ein 132 Meter hoher Schieferfelsen fast senkrecht aus dem Rhein: die Loreley, das berühmte Symbol der Rheinromantik und eine der spektakulärsten Landschaften bei einer Rheinkreuzfahrt. Die hier nur 113 Meter breite, engste Stelle des Flusses gehört noch heute zu den gefährlichsten Abschnitten am Mittelrhein. Denn der Fluss muss dem Felsen ausweichen und biegt in einer scharfen Kurve um ihn herum. Unübersichtlich, mit kräftiger Strömung und tückischen Strudeln, wurde der Engpass früher so manchem Schiffer zum Verhängnis, dessen hölzernes Boot kenterte oder zerschellte und im 25 Meter tiefen Wasser versank.

Doch der wahre Grund, so erzählen die Geschichten aus alten Zeiten, war die wunderschöne Loreley, die oben auf dem Felsen saß, ihre goldenen Haare kämmte und mit ihrer Schönheit und Liedern die Schiffer verzauberte. Diese achteten nur noch auf die Schöne auf dem Felsen und wurden in die Tiefe gezogen, zumal geheimnisvolle Stimmen von unsichtbaren Geistern den Bootsführern einen Schauder nach dem anderen über den Rücken jagten. Ihren Mythos verdankt die Loreley ursprünglich einer romantischen Ballade des Dichters Clemens von Brentano. Sie erschien 1801 und handelt von einem bildschönen Mädchen aus Bacharach, das sich aus Liebeskummer in den Rhein stürzt. Später hat Brentano das Thema abgewandelt und ein Märchen über eine unglückliche Frau geschrieben, die auf einem Felsen ihr langes Haar kämmt und die Schiffer so ablenkt, dass sie ins Verderben fahren.

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Vor allem aber Heinrich Heine (1797-1856) ist zu verdanken, dass die Loreley zu einer weltweit bekannten romantischen Figur wurde. Heine schrieb 1824 das Gedicht „Loreley“, das 1837 von Friedrich Silcher vertont wurde und seitdem zum Standard-Repertoire wohl jedes Gesangsvereins gehört. Das in viele Sprachen übersetzte Lied war von Anfang an so populär, dass es – im Gegensatz zu den Schöpfungen anderer jüdischer Autoren und Künstler – im „Dritten Reich“ nicht verboten werden konnte, sondern ohne Nennung des Dichternamens als „deutsches Volkslied“ weiterhin gesungen und gedruckt wurde.

Heute wird die Schifffahrt an der gefährlichen Engstelle durch Lichtsignale geregelt und auch die Geisterstimmen sind verstummt. Denn es handelte sich dabei um das Echo von Geräuschen und Tönen aller Art, die von Steilwänden und Felsen mehrfach zurückgeworfen wurden. Bei der Entschärfung der Schiffspassage und dem Bau von Straße und Eisenbahn sprengte man mehrere Felsen, worauf das Echo verschwand. In der Nähe der Spitze des Loreleyfelsens werden auf einer Freilichtbühne Rock und Popkonzerte veranstaltet. Eine Loreley-Statue der russischen Künstlerin Natascha Alexandrova befindet sich seit 1983 auf der Mole von St. Goarshausen.

Die Loreley von Heinrich Heine:
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin;
ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
und ruhig fließt der Rhein;
der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.
Die schönste Jungfrau sitzet
dort oben wunderbar,
ihr goldnes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldnes Haar.
Sie kämmt es mit goldnem Kamme
und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame
gewaltige Melodei.
Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht die Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh‘.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn.
Und das hat mit ihrem Singen
die Loreley getan.

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