Flusskreuzfahrt Koblenz

Koblenz Flussreise

An der Mündung der Mosel entdecken Sie bei einer Rheinkreuzfahrt die 2.000 Jahre alte Stadt Koblenz (110.000 Einwohner), eine der ältesten Städte Deutschlands. Sie wurde um die Zeitenwende von den Römern als Kastell zur Sicherung des Moselübergangs gegründet. Im 5. Jahrhundert bauten die Franken einen Königshof, im 11. Jahrhundert kamen die Stadt und die um 1000 gegründete Burg Ehrenbreitstein in den Besitz des Erzbistums Trier. In den folgenden Jahrhunderten entstanden mehrere Kirchen sowie das erhöht gelegene Schloss Stolzenfels.

Im Dreißigjährigen Krieg war Koblenz mal von den schwedischen, mal von den kaiserlichen Truppen besetzt und wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Dagegen wurde die Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688/1689, dem zahlreiche Burgen am Rhein zum Opfer fielen, zwar belagert, aber nicht eingenommen.

Nach der Französischen Revolution kam die Stadt ab 1794 zu Frankreich, das 1801 die rechtsrheinischen Gebiete mit der Festung Ehrenbreitstein an das Herzogtum Nassau abgeben musste. Nach dem Wiener Kongress 1814/1815 verlor Frankreich auch die linksrheinischen Gebiete, die nun bis zum Ersten Weltkrieg zum Königreich Preußen kamen und danach bis 1929 von Frankreich besetzt wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde Koblenz zu fast 90 Prozent zerstört.

Seit 1946 gehört die Stadt zum neu gegründeten Land Rheinland-Pfalz. Seit 2002 ist sie Teil des UNESCO-Kulturerbes „Mittlerer Oberrhein“, das Sie bei einer Flusskreuzfahrt nach Koblenz entdecken. Durch die Ansiedlung des Deutschen Ordens im Jahr 1216 erhielt der Zusammenfluss von Rhein und Mosel den Namen „Deutsches Eck“. In der Nähe blieb als letztes Gebäude des Deutschen Ordens das Deutschherren- oder Deutschordenshaus erhalten, heute ein Museum.

 

 

Flusskreuzfahrten nach Koblenz

Kaiser Wilhelm II. wählte das Deutsche Eck als idealen Standort, um seinem Vater Kaiser Wilhelm I., der die Einigung Deutschlands vollendet hatte, ein würdiges Denkmal zu setzen. Er fand in Bruno Schmitz, dem Gestalter des Leipziger Völkerschlachtdenkmals, den geeigneten Künstler. Auf einem mächtigen Sockel sitzt hoch zu Ross Kaiser Wilhelm I. mit einem Genius. Die pompöse Einweihung 1897 fand im Beisein seines Sohnes Kaiser Wilhelm II. statt. Beim Einmarsch der Amerikaner 1945 zerstörte eine Granate das Denkmal, das erst 1993 durch eine Rekonstruktion ersetzt wurde. Der eindrucksvolle Kaiserkopf des Originals ist übrigens im Mittelrhein-Museum in Koblenz zu besichtigen. Insgesamt ist das Monument 37 Meter hoch und einer der Besuchermagneten von Koblenz.

Jährlich kommen mehr als zwei Millionen Menschen zum Deutschen Eck. Zu beiden Seiten erstrecken sich sowohl am Rhein als auch an der Mosel lange Promenaden. Drei romanische Kirchen prägen die Silhouette der Koblenzer Altstadt: St. Kastor, die Liebfrauen- und die Florinskirche. St. Kastor, nahe beim Deutschen Eck, wurde im 9. und 12. Jahrhundert erbaut, Papst Johannes Paul II. erhob sie 1991 zur Basilica Minor. In der fünfachsigen Liebfrauenkirche kamen später auch gotische und barocke Elemente zur Ausstattung; barock sind vor allem die beiden Zwiebeltürme. Von den vier Glocken der Liebfrauenkirche läutet die „Lumpenglocke“ genannte Barbaraglocke noch heute um 22 Uhr. Sie erinnert an die frühere Schließung der Stadttore, wenn die braven Bürger bereits in ihren Häusern waren und nur noch „Lumpen“ herumstreunten. Die Florinskirche, eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit zwei Türmen, stammt aus dem 12. Jahrhundert. An der Decke der Taufkapelle hängt eine Kanonenkugel, die an die Beschießung der Kirche durch französische Truppen 1688 erinnert.

Als eines der wenigen Gebäude in der Altstadt hat der „Deutsche Kaiser“ den Zweiten Weltkrieg überstanden, ein im 15./16.Jahrhundert erbauter gotischer Wohnturm mit charakteristischem Maßwerkfries und ausgeprägtem Zinnenkranz. Ein besonders pittoresker Platz wird „Vier Türme“ genannt, weil er von Eckhäusern aus dem 17. Jahrhundert mit zweigeschossigen, laternengekrönten Erkern umgeben ist. Ein Wahrzeichen von Koblenz ist auch der 1940 erbaute Schängelbrunnen im Rathaushof, umringt von den Barockbauten des Jesuitenplatzes. Der Begriff „Schängel“ hat seinen Ursprung in der 20-jährigen Zugehörigkeit der Stadt Koblenz zu Frankreich 1794-1813. Die damals geborenen deutsch-französischen Kinder erhielten oft den Namen Jean (deutsch: Johann), aus dem im Koblenzer Dialekt „Schang“ wurde. Über die Zeit entwickelte sich hieraus Schängel, heute der Spitzname der Koblenzer. Die Bronzefigur auf dem Brunnen spuckt in unregelmäßigem Rhythmus einen Wasserstrahl auf die Menschen zu ihren Füßen.

In den Rheinanlagen erstreckt sich das weiträumige Kurfürstliche Schloss. Darin amtierte 1850–1857 als preußischer Militärgouverneur Prinz Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I., dem das Denkmal am Deutschen Eck gewidmet ist. Gemeinsam mit seiner Gattin Augusta residierte er in dem Schloss. Kaiserin Augusta beauftragte den Landschaftsplaner Lenné, das Rheinufer zu gestalten – heute die wunderschönen Kaiserin-Augusta-Anlagen.

Wo schon die Römer einen Moselübergang gebaut hatten, ließ Kurfürst Balduin von Luxemburg 1342-1343 die Balduinbrücke errichten, die älteste der Stadt. Beim Bau der Eisenbahnbrücke im 20. Jahrhundert wurden Reste der alten römischen Pfahlbrücke gefunden. In der Nähe der Balduinbrücke steht auf Fundamenten der römischen Stadtmauer die mit einem breiten Wassergraben gesicherte Alte Burg. Das unzerstört erhaltene Bauwerk ist nach häufigen Umbauten ein Stilmix aus Gotik, Renaissance und Barock und beherbergt das Stadtarchiv.

118 Meter hoch über der rechten Seite des Rheins erhebt sich die Festung Ehrenbreitstein, von der man den eindrucksvollsten Blick auf Koblenz und den Zusammenfluss von Rhein und Mosel genießt. Ihr Ursprung reicht bis in das Jahr 1000 zurück, der Name kommt vom Erbauer Ehrenbert. Im 15. Jahrhundert wurde sie zu einer Festung ausgebaut, die auch Artilleriebeschuss standhalten sollte. Die damals größte Kanone Europas ist im Burgmuseum zu bewundern. Erst durch Aushungern konnten französische Truppen 1799 nach zweijähriger Belagerung die Übergabe erzwingen und ließen die Festung 1801 sprengen.

Nachdem das Gebiet 1815 zum Königreich Preußen gekommen war, entstand unter König Friedrich Wilhelm III. zwischen 1817 und 1828 die Festung in ihrer heutigen Gestalt. Sie hat auch die beiden Weltkriege weitgehend heil überstanden und gilt als zweitgrößte erhaltene Festungsanlage Europas. Heute befinden sich in ihr Museen, eine Jugendherberge sowie das 1952 gegründete Bundesarchiv. Die alljährliche Veranstaltung Rhein in Flammen mit Großfeuerwerk taucht die gesamte Anlage in bengalisches Licht. Spektakulär ist nicht nur der Blick von der Festung, sondern auch die Auffahrt mit der 850 Meter langen Seilbahn über den Rhein. 18 Panoramakabinen können bis zu 7.000 Fahrgäste pro Stunde befördern.