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Der Neckar

Das Quellgebiet des Neckars liegt im rund 700 Meter hoch gelegenen Schwenninger Moos, einem Feuchtgebiet zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Von hier aus nimmt der Fluss seinen Lauf Richtung Norden und mündet nach 362 km bei Mannheim in den Rhein. Nahezu auf der gesamten  Strecke verläuft er in Baden-Württemberg, vor allem im württembergischen Schwabenland. 

Im Oberlauf hat der Neckar ein enges, oft schluchtartiges Tal tief in den Muschelkalk gegraben. Zuflüsse vom Schwarzwald und der Schwäbischen Alb machen aus dem anfangs unscheinbaren Bächlein allmählich einen kleinen Fluss. Er passiert die von den Römern gegründete Stadt Rottweil, die Bischofsstadt  Rottenburg und die Universitätsstadt Tübingen. Bei Plochingen beginnt das dicht besiedelte, wirtschaftsstarke Ballungsgebiet Mittlerer Neckarraum. Ab hier ist der Fluss schiffbar.

 

 

Kreuzfahrten auf dem Neckar

Waren es ab dem 18. Jahrhundert mächtige Flöße, mit denen das Holz aus dem Schwarzwald über Neckar und Rhein bis Holland transportiert wurde, so können seit 1962 Flussschiffe vom Rhein her bis Plochingen verkehren. Jahrzehntelang geisterte auch die Idee eines Rhein-Neckar-Donau-Kanals durch die Köpfe von Politikern und Ingenieuren. Um dafür die Schwäbische Alb zu überwinden, sollten sogar zwei bis zu 100 Meter hohe Schiffshebewerke sowie kilometerlange Tunnels gebaut werden. Nachdem sich die Politik für den Rhein-Main-Donau-Kanal entschieden hatte, wurden die Pläne eines Rhein-Donau- Wasserwegs über den Neckar begraben. 

Von Plochingen bis Mannheim ist der Neckar als Bundeswasserstraße auf 201 km Länge ausgebaut. Um das Gefälle von 161 Metern – etwa die Höhe des Ulmer Münsters – zu überwinden, sind 27 Schleusen erforderlich. Sie sind jeweils nur 110 Meter lang, doch es bestehen Pläne, sie im Lauf der nächsten Jahrzehnte auch für die neue Generation der 135 Meter langen Flussschiffe auszubauen.

Am Unterlauf des Neckars gab es schon im 19. Jahrhundert Schleppschifffahrt; von Treidelwegen neben dem Fluss wurden große Kähne und Lastflöße bergan gezogen. 1878 hat der amerikanische Schriftsteller Mark Twain, der in  jungen Jahren Lotse auf dem Mississippi  war, den Neckar zwischen Heilbronn  und Heidelberg mit dem Floß bereist. In seinem Buch „A Tramp Abroad“ beschrieb er die Tour und schwärmte: „Deutschland  ist im Sommer der Gipfel der Schönheit, aber niemand hat das höchste Ausmaß dieser sanften und friedvollen Schönheit begriffen, wirklich wahrgenommen und genossen, der nicht auf einem Floß den Neckar hinab gefahren ist“.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann dann der Ausbau des Neckars für Großschiffe von der Mündung her. Bis 1925 wurden zwischen Mannheim und Heilbronn elf Staustufen in Betrieb genommen, 1958 konnte das  erste Schiff in Stuttgart begrüßt werden, 1962 war der Kanal bis zum Endhafen Plochingen fertiggestellt.  Flussabwärts von Plochingen passiert der Neckar die ehemals Freie Reichsstadt Esslingen, deren historischer Stadtkern von mehreren Neckararmen durchzogen wird.

Hier beginnt die württembergische  Weinregion. Vorbei an der Landeshauptstadt Stuttgart, der Barockstadt Ludwigsburg und der Schillerstadt Marbach schlängelt sich der Neckar nun bis Heilbronn durch die berühmtesten württembergischen Weinlagen. Auf den Weinterrassen, die sich die Steilhänge hinauf ziehen, gedeihen neben den  Klassikern wie Trollinger, Lemberger, Riesling und Silvaner seit den letzten  Jahrzehnten verstärkt viele weitere international begehrte Rebsorten. 

Unterhalb von Heilbronn kommen von Osten im Abstand von nur wenigen Kilometern die beiden längsten Nebenflüsse Kocher und Jagst, bevor bei Gundelsheim der 60 km lange Neckardurchbruch durch den Odenwald beginnt. Burgen, Schlösser und Ruinen an den mehrere hundert Meter hohen Odenwaldhängen  begleiten den Fluss, der bei Hirschhorn auf eine kurze Strecke den südlichsten Zipfel des Bundeslandes Hessen durchquert und dann erneut das „Ländle“  erreicht. Bei Heidelberg weitet sich das Neckartal. Bis zur Mündung in den Rhein beim Industriehafen Mannheim sind es nun nur noch wenige Kilometer.