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Holland und Belgien – Reisetipps für die Königreiche des Nordens

Zehn malerische Städte wie Hoorn, das quirlige Amsterdam mit seinen Grachten, Delft mit dem besonderen Porzellan, dem „Delfter Blau“, Antwerpen oder auch die Europastadt Brüssel – alles vereint in einer Flusskreuzfahrt. Mit dem nicko cruises Schiff geht es über den Unterrhein zu den holländischen und flandrischen Gewässern – zu den Höhepunkten Hollands und Belgiens. Malerische Hansestädte, pittoreske Landschaften und schöne Küstenabschnitte inklusive. Spätestens zum Sonnenuntergang trudeln auch die letzten Kreuzfahrer langsam auf dem Sonnendeck ein. Die Kabinen sind bezogen, die Koffer ausgepackt – das war wohl schon der anstrengendste Teil der Reise. Also entspannt „die etwas andere“ Rheinlandschaft betrachten, einmal ganz ohne Burgenromantik, Loreley und Drosselgasse.

Die Reise beginnt und endet in Köln. Bei flotter Strömung hat Ihr Schiff schon nach kürzester Zeit kräftig Kilometer hinter sich gebracht. Nun also durchs Ruhrgebiet. Zechen, Hochöfen und Schlote wirken vom Schiff her wie Filmkulissen, dazwischen Angleridyllen und Familienpicknick an kleinen Stränden. Bei Duisburg bekennen sich Mutter und Tochter aus Oberösterreich als Tatort-Fans. „Tolle Krimi-Location, einfach spannend, einige der Drehorte vom Fluss aus zu entdecken“. Auch das jüngere Gastronomen-Ehepaar aus der Schweiz ist fasziniert vom „Kontrastprogramm zu unseren Walliser Bergen“. Lassen Sie sich von unseren Reisetipps für eine Flusskreuzfahrt durch Holland und Belgien inspirieren.

Historische Städtchen & moderne Metropolen

Kurz hinter der deutschholländischen Grenze teilt sich der Rhein in Neder Rhin und Waal, auf dem Ihr Flusskreuzer  nun Kurs auf Rotterdam nimmt. Fast winzig wirkt das Flussschiff im endlos erscheinenden Hafen von Rotterdam, einem der größten weltweit. Alles ist gigantisch: Am für Seeschiffe ausgebauten Nieuwe Waterweg ziehen sich über 20 Kilometer entlang Containerterminals, Lagerhallen, Mega-Kräne, Silos, Öltanks und Umschlagplätze. Riesige, haushoch beladene Containerschiffe werden an Liegeplätze gelotst, Schubschiffe bugsieren Verbände von mehreren Lastkähnen durch das Getümmel.

Geradezu beschaulich zeigt sich da die Hauptstadt Den Haag mit ihren weitläufigen Parks und eleganten Stadtvillen. Hier ist der Sitz der Regierung, und die königliche Familie kann gleich zwischen drei Palästen wählen. Zum Beispiel am dritten Dienstag im September, dem Prinsjesdag, Prinzentag. Dann rollt das niederländische Staatsoberhaupt mit feierlichem Pomp vom „Paleis Noordeinde“ in goldener Kutsche zum Rittersaal, um bei der Thronrede das Regierungsprogramm bekannt zu geben – nach vielen Jahren Königin Beatrix nun erstmals der junge König Willem-Alexander.

Königliches Porzellan: Flusskreuzfahrt durch die Niederlande

Postkartenmotive am Kanal und den Grachten, am Markt und in den Gassen. Kommt einem irgendwie alles bekannt vor. Klar, die Gemälde des Malers Jan Vermeer zeigen die Ansichten seiner Heimatstadt im 17. Jahrhundert, als seien es zum Leben erwachte Fotografien: der alles überragende Turm der Nieuwe Kerk, die Bogenbrücke oder die kleine Gasse mit den blauen Fensterläden. Natürlich kommt man auch am berühmten „Delfter Blau“ nicht vorbei. Die reizenden Fayencen der Königlichen Porzellanmanufaktur und kleinerer Betriebe werden überall angeboten. Auf dem Schiff gibt die Reiseleiterin interessierten Passagieren eine kleine Lektion in Sachen exzellenter Wasserbautechnik der Niederländer, die im Verlauf der Jahrhunderte immer wieder von verheerenden Überflutungen heimgesucht wurden.

Besonders schlimm im von Rhein, Maas und Schelde mit ihren vielen Nebenflüssen gebildeten Delta, das zum großen Teil unter dem Meeresspiegel liegt. Nach der letzten großen Springflut 1953 wurde ab 1958 der Deltaplan zur Abdämmung der Mündungsarme in Angriff genommen. Ein gigantisches Unternehmen für das kleine Land. Da musste ein ganzes Netz von Dämmen mit Schleusen und Sturmflutwehren gebaut und die Deiche entlang der Küste erhöht werden. Dabei entstanden ruhige Binnenseen, heute beliebte Freizeitgewässer. Besonders eindrucksvolle Schleusen erleben die Kreuzfahrer auf dem Weg nach Antwerpen, wie die Volkerak- und Kerkerakschleusen. Gewaltige Hebetore schließen die mächtigen Kammern, in denen bei jedem Schleusenvorgang ein kompletter Wasseraustausch stattfindet, damit das Salzwasser aus der Osterschelde nicht in den Volkerak strömt bzw. umgekehrt Süßwasser abfließt. Ihr Schiff  schippert durch die Scheldemündung nach Antwerpen – womit wir in Belgien, dem zweiten Königreich ankommen. Die Annäherung vom Wasser her gibt den Hafenstädten einen besonderen Reiz. Auch hier scheinen sich die Hafenanlagen endlos am Fluss auszudehnen. Container türmen sich zu hohen Gebirgen, züngelnde Feuerflammen tanzen über Raffinerien, Riesenkähne ziehen vorbei.

Antwerpen, das steht auch für Diamanten, Pralinen – und Rubens:

  • Zwei sakrale Werke des alten Meisters beeindrucken in der Liebfrauenkathedrale, und im Rubenshaus, ein schönes Stadtpalais mit Innenhof und Blumengarten, sind Atelier und prächtig ausgestattete Wohnräume des genialen Malers zu bewundern.
  • Große Kunst auch in Gent: in der St. Bavo Kathedrale noch eine Prise Rubens, aber den weltberühmten Genter Altar schufen die Brüder Hubert und Jan van Eyck.
  • Die meisten Kreuzfahrer scheinen langsam mit Kunst gesättigt – nun setzt der große Sturm auf die Confiserien ein. Belgische Pralinen als Mitbringsel sind schließlich Pflicht.

Auch Brügge sollte man sich nicht entgehen lassen. Das wunderbar geschlossene mittelalterliche Stadtbild verdankt Brügge seinem größten Unglück: Der Hafen der einst reichsten Stadt versandete und schnitt sie vom Meer ab. Damit verlor Brügge für Jahrhunderte an Bedeutung – bis der Tourismus sie wieder wach küsste. Zum Besichtigen und Staunen lädt ebenfalls die Landeshauptstadt und EU-Metropole Brüssel ein. Zu den Höhepunkten zählt der großartige Grand Place, der Marktplatz mit seinen wundervoll verzierten Gildehäusern, der als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Interessant ist das noch immer futuristisch anmutende Atomium, und selbstverständlich besucht man auch den berühmtesten kleinen Einwohner der Stadt, das „Manneken Pis“.

Bis Ihr Schiff  in Amsterdam einläuft, bleibt genügend Zeit, die vielen Eindrücke in Ruhe zu verarbeiten. Amsterdam kompakt: Busrundfahrt für den Überblick – und natürlich eine gemütliche Grachtenrundfahrt. Es bleibt noch etwas Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu entdecken. Was zuerst machen? Rijksmuseum, Heren- und Prinsengracht oder Westerkerk? Am besten kann man Amsterdam zu Fuß kennenlernen. Ein Spaziergang entlang der Grachten, bei dem man die reich verzierten Fassaden der Stadtpaläste bewundern kann, lohnt sich immer. Schnell kommt man ins angesagte Jordaan Viertel mit seinen blumenberankten Hofjes, den kleinen Innenhöfen. Hier haben sich längst Künstler und Designer angesiedelt. Witzige Läden und Galerien locken zum Stöbern. Danach ist ein gemütliches Café für den fälligen Cappuccino leicht gefunden.

 

Amsterdam, Trachten & Folklore

Das ländliche Holland erleben die Kreuzfahrer hinter Amsterdam nach der Oranje-Schleuse zum Markermeer, wobei Meer auf Niederländisch See heißt. Den riesigen See trennt ein Damm vom noch größeren Ijsselmeer, das wiederum ein Damm von der Nordsee abschottet. Und vor der ganzen Eindämmerei (ab 1932) war das riesige Gebiet zwischen Amsterdam und den Westfriesischen Inseln als Zuidersee – sozusagen die Südsee der Nordsee – bekannt. Längst hat sich hier das Salz- zu Süßwasser gewandelt, sind durch Polder beachtliche Landmassen, etwa die Provinz Flevoland, gewonnen worden. Nun also das Markermeer, das sich zum beliebten Freizeitgewässer gemausert hat.

Durch eine ganze Armada von Segelbooten, Surfern und dickbauchigen Ausflugsschiffen nimmt Ihr Flusskreuzer  nordwärts Kurs auf Volendam, einem hübschen Ort, der auf Trachten und Folklore setzt. Windmühlen, Holzschuhe, putzige Holzhäuschen gibt’s im wirklich sehenswerten Freilichtmuseum „Zaanse Schans“ zu bewundern. Und durch die alte Stadt Hoorn weht noch etwas vom Duft der großen weiten Welt, als im 16. und 17. Jahrhundert die Schiffe der Vereinigten Ostindischen Handelskompanie von hier in den Fernen Osten aufbrachen und Jahre später reich mit den Schätzen des Orients beladen zurückkehrten. Aus Hoorn stammt Jan Pietersz Coen, Gouverneur der Ostindischen Kompanie, der 1619 Batavia, die heutige indonesische Hauptstadt Djakarta gründete. Und der Seefahrer Willem Schouten setze seiner Stadt ein Denkmal. Er umsegelte als erster die Südspitze Amerikas, die er „Kap Hoorn“ nannte. Alte Speicher, Handelshäuser und Stadtpaläste zeugen noch vom unvorstellbaren Reichtum des „Goldenen Zeitalters“.

„Deventer Koek“

Seeluft umweht auch die Kreuzfahrer bei der Fahrt über das Marker- und Ijsselmeer, das seit der Absperrung zur Nordsee ja eigentlich ein See ist. Viel Wasser also unter dem Kiel, bis Ihr Schiff  bei Kampen das Flüsschen Ijssel erreicht. Der letzte Teil der Kreuzfahrt entführt in die Geschichte der Hanse, denn an der glitzernden Ijssel liegen sieben schöne Hansestädte. Davon kann man sich gleich in Kampen überzeugen, dessen Hafen früher direkt an der Ijsselmündung in die Zuidersee lag. Schnell entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Handelsplatz, der schon bald Mitglied der mächtigen Hanse wurde. Die imposante Silhouette der Stadt lässt sich wunderbar vom gegenüberliegenden Ufer aus genießen. Da reihen sich Kirchen, Türme, Lagerhäuser und Stadttore aneinander. Davor zeigen hochmastige Segelboote, dass man nah am großen Wasser liegt, auch wenn die Ijsselmündung heute einige Kilometer entfernt ist.

Die Blüte der Hansestädte lockte bekannte Baumeister an die Ijssel, um den reichen Kaufleuten immer schönere und repräsentativere Wohn- und Kontorhäuser zu errichten. Vieles davon hat den Untergang der Hanse überlebt und prägt noch heute die Stadtbilder. Die stimmungsvolle Altstadt von Deventer etwa, die sich rund um den Kirchenhügel schmiegt. Den unermesslichen Reichtum, den die Stadt durch ihre Monopolstellung für Stockfisch erlangte, zeigt sich noch heute in vielen stattlichen Gebäuden, wie der Waag. Hier hängt ein großer Kupferkessel an der Fassade – angeblich sollen hier Falschmünzer bei lebendigem Leibe gekocht worden sein... Dann doch lieber im historischen Café Bussinks den berühmten Traditionskuchen „Deventer Koek“, eine Art Lebkuchen, genießen. Übrigens auch ein nettes Mitbringsel von einer Kreuzfahrt durch zwei Königreiche – über Flüsse, Kanäle, Schelde und Seen.