Flusskreuzfahrt Magdeburg

Magdeburg (228.000 Einwohner) ist eine der ältesten Städte in den östlichen Bundesländern und ein Ziel der nicko cruises Flusskreuzfahrten auf der Elbe. Unter Karl dem Großen wurde die Stadt im Jahr 805 erstmals erwähnt. Die Lage am Schnittpunkt von Fernhandelsstraßen mit dem Wasserweg Elbe begünstigte das Entstehen einer Siedlung. Otto I., Sohn König Heinrichs I., wurde 936 in Aachen zum König und 962 in Rom zum ersten deutschen Kaiser gekrönt. Bis heute nennt sich Magdeburg deshalb „Ottostadt“.

967 erhob die Synode von Ravenna Magdeburg zum Erzbistum, aus dem das Herzogtum hervorging. Ende des 13. Jahrhunderts trat Magdeburg der Hanse bei. Nach der nahezu völligen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg waren nur der Dom, das Kloster Unserer Lieben Frauen und einige Häuser am Domplatz erhalten. 1680 fiel das Herzogtum Magdeburg an das Kurfürstentum Brandenburg und dadurch an Preußen, das die Stadt 1702 bis 1747 zur stärksten preußischen Festung ausbauen ließ. Nach der Neuordnung Europas durch Napoleon wurde Magdeburg 1807 dem Königreich Westfalen einverleibt, 1815 dann zur Hauptstadt der preußischen Provinz Sachsen erhoben.

Schwere Bombenangriffe zerstörten 1945 die Altstadt zu 90 Prozent, die gesamte Stadt zu 60 Prozent. Viele historische Gebäude wurden danach wieder aufgebaut. Das Land Sachsen-Anhalt wurde 1952 aufgelöst und in die Bezirke Magdeburg und Halle aufgeteilt. Nach der Wende 1990 entstand das Bundesland Sachsen-Anhalt wieder neu mit Magdeburg als Landeshauptstadt.

 

 

Flusskreuzfahrten nach Magdeburg

Hauptsehenswürdigkeit,  auch bei einer Flusskreuzfahrt in Magdeburg, ist der Magdeburger Dom, der erste gotisch konzipierte Bau einer Kathedrale auf deutschem Boden und eine der größten Kirchenbauten Deutschlands überhaupt. Seine romanischen Ursprünge gehen auf das Jahr 937 zurück, als Otto I. ein Kloster zu Ehren des Heiligen Mauritius gründete und die Kirche ab 955 erweitern und zur Kathedrale erheben ließ. 1207 wurde der ottonische Dom bei einem Stadtbrand stark zerstört, der gotische Neubau erst 1362 geweiht. Die bis zu 104 Meter hohen Westtürme wurden sogar erst 1520 vollendet.

Heute erleben die Besucher einen monumentalen, überraschend hellen, architektonisch überwältigenden Raum. Er enthält originale Ausstattungsstücke von internationalem Rang aus fast allen Kunstepochen, etwa die Grablege Kaiser Ottos I. und seiner ersten Gemahlin Editha. Zu den frühgotischen Sandsteinskulpturen gehören die berühmten Portalfiguren der klugen und törichten Jungfrauen. Auch das mit eindrucksvollen Schnitzarbeiten versehene Chorgestühl der Domherren aus dem 14. Jahrhundert, erlesene Renaissancebilder sowie Werke des 20. Jahrhunderts, wie das bekannte Mahnmal von Ernst Barlach, können im Dom bewundert werden.

Am Dom beginnt die dichte Bebauung der ersten Stadterweiterung mit reichem Fassadenschmuck aus der Blütezeit des Historismus. Als schönste Prachtstraße in diesem Viertel beeindruckt die Hegelstraße, die während der Gründerzeit von 1880 bis 1920 entstand. Die repräsentativen Häuser mit stuckverzierten Fassaden erstrahlen mehr und mehr in alter Schönheit, so dass sich die Hegelstraße wieder zur Prachtstraße und Flaniermeile wandelt.

Das ab 1063 erbaute Kloster Unserer Lieben Frauen, ein im Kern erhaltener romanischer Gebäudekomplex, wurde als Kunstmuseum zum wichtigsten Ort für zeitgenössische Kunst und Skulptur in Sachsen-Anhalt und ist eines der beliebtesten Touristenziele des Landes. Zur Sammlung gehören umfangreiche Bestände an Skulpturen aus dem 20. Jahrhundert, aber auch Werke aus Antike, Mittelalter und Moderne. Noch immer beeindruckt die fast 1.000 Jahre alte architektonische Schönheit mit der markanten Turmgruppe und der sich daran anschließenden Kirche, dem Kreuzgang und dem faszinierenden Tonnengewölbe.

Im Herzen der Innenstadt liegt der Alte Markt. Bemerkenswert ist hier der Magdeburger Reiter, eine Bronzekopie des ersten frei stehenden Reiterstandbildes nördlich der Alpen. Das Original wurde um 1240 geschaffen und befindet sich im Kunsthistorischen Museum. Es stellt vermutlich Kaiser Otto I. mit zwei allegorischen Begleitfiguren dar. Um den Platz entstanden nach dem Dreißigjährigen Krieg reich verzierte Spätrenaissance und Barockhäuser, die 1945 in Trümmer fielen und teilweise rekonstruiert wurden.

Das Alte Rathaus mit dem Sitz des Oberbürgermeisters wurde nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg im Stil der italienisch-niederländischen Renaissance aufgebaut und entstand nach der zweiten Zerstörung 1945 ab 1965 mit rekonstruierter Westfassade neu. Die 1131 erstmals erbaute Johanniskirche, die älteste Pfarrkirche der Stadt, wurde im Lauf der Zeit immer wieder zerstört, aber auch immer wieder aufgebaut und wird heute vor allem als Tagungs- und Veranstaltungsgebäude genutzt.

Unübersehbar reiht sich im Zentrum der Elbmetropole in das Ensemble von barocken Fassaden und modernem Design eines der letzten architektonischen Werke des Künstlers Friedensreich Hundertwasser: die Grüne Zitadelle von Magdeburg. Hundertwasser arbeitete noch bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2000 an den Plänen für dieses Projekt. Er verstand den Entwurf einer „Oase für Menschlichkeit und für die Natur in einem Meer von rationellen Häusern“ inmitten der „Betonwüste“ Magdeburg als Beitrag zu Kunst und Kultur. Die Grüne Zitadelle, in der sich Wohnungen, Geschäfte, Restaurants und ein Hotel befinden, polarisiert die Magdeburger bis heute.

An der mittleren Elbe zwischen Magdeburg und der Lutherstadt Wittenberg passiert der mächtige Elbestrom mehrere Naturparks und Schutzgebiete. Südlich von Magdeburg erstrecken sich die ausgedehnten Auengebiete des Biosphärenreservats Mittelelbe, eines der ältesten UNESCO-Reservate in Deutschland. Es ist Teil des 1997 anerkannten UNESCO-Biosphärenreservats „Flusslandschaft Elbe“ und erstreckt sich 300 Kilometer weit der Elbe entlang durch Sachsen-Anhalt. Seltene Arten wie Fischotter, Seeadler, Schwarzstorch, Schwertlilie und Wassernuss haben hier ihre Lebensräume. Und der Elbebiber, Symboltier des Biosphärenreservats, fand hier vor Jahrzehnten sein letztes Rückzugsgebiet und besiedelt heute wieder viele Gewässer in dieser Region.

Bei der Doppelstadt Dessau-Rosslau (85.000 Einwohner) passiert die Elbe auf der rechten, nördlichen Seite den Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt. Diese Landschaft zwischen dem Urstromtal der Elbe im Süden und dem Hohem Fläming im Norden ist in der Eiszeit entstanden und wird von flachen Tälern, kleinen Bächen und naturnahen Wäldern bedeckt. Prägend in der heutigen Landschaft des Naturparks sind vor allem ausgedehnte Ackerflächen und saftige Wiesen. Das Gelände steigt von Höhen zwischen etwa 70 Metern am Südrand bis auf über 160 Meter an.

Südlich, also am linken Elbufer, beginnt der Naturpark Dübener Heide. Die eiszeitlich geprägte Hügellandschaft ist in die natürlichen Flusslandschaften von Elbe und Mulde eingebettet. Hier erstreckt sich der größte Mischwald Mitteldeutschlands mit einer beträchtlichen Rothirschpopulation. Über der romantischen Szenerie mit Teichen und Seen kreisen Kraniche und Seeadler, an den Ufern trifft man immer wieder auf Biberburgen.