Spektakuläre Brücken, enge Altstadt-Gässchen und dazu ein Glas Portwein: Porto, direkt an der Mündung des Douros in den Atlantik ist ein wunderschönes und beliebtes Reiseziel.

Porto - Flusskreuzfahrt zur Mündung des Douro

Porto Kreuzfahrt

Herb sei sie, die Stadt an der Mündung des Rio Douro, sie würde die Besucher nicht gleich umarmen wie das eitle Lissabon, heißt es. Auch vereint die mit 270.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Portugals seit Langem die Überzeugung: In Porto wird hart gearbeitet und Geld verdient, während die Landeshauptstadt es verschwendet. Tatsächlich ist die „heimliche Hauptstadt des Landes“ der wichtigste Wirtschafts- und Industriestandort Portugals und doch gleichzeitig ein außerordentlich attraktives Reiseziel, eine Studenten-, Kunst- und Sportstadt. 2001 war Porto Kulturhauptstadt Europas und ist Start und Ziel der nicko cruises Flusskreuzfahrten auf dem Douro.

Schon Kelten siedelten an der Mündung des Douro, die Römer gründeten eine Siedlung. Danach kamen die Westgoten und machten die Stadt zum Bischofssitz. Von 716 bis 1050 war Porto – mit einer Unterbrechung von etwa 100 Jahren – von den Mauren besetzt und kam 1097 zum Herzogtum Portucale. Von hier ging die „Reconquista“ aus, die Zurückeroberung des Landes von den Mauren. 1394 kam in Porto Prinz Heinrich, später genannt „der Seefahrer“, zur Welt († 1460). Er förderte die portugiesische Schifffahrt in nie dagewesenem Ausmaß mit Geld, Forschung und allem Wissen der damaligen Seefahrt, so dass Portugal ihm seinen Aufstieg zu einer großen Entdeckernation und europäischen Kolonialmacht verdankt – obwohl er selbst nie auf einer Forschungsreise dabei war.

A Day in Porto. Portugal Hyperlapse from Kirill Neiezhmakov on Vimeo.

Flussreisen auf dem Douro

Im 18. Jahrhundert wurde Porto wichtige Exportstadt für Portwein nach England; umgekehrt errichteten viele englische Handelshäuser ihre Niederlassungen in der Stadt. Der 1892 fertiggestellte Tiefseehafen an der Flussmündung sorgte für weiteren wirtschaftlichen Aufschwung.

Heute ist Porto das wichtigste Gewerbe- und Handelszentrum Portugals mit Textil-, Lederwaren- und Metallindustrie sowie einer großen Erdölraffinerie. Beim Bummel durch das Auf und Ab der Gassen von Porto empfiehlt sich natürlich bequemes Schuhwerk. Von seiner schönsten Seite zeigt sich die Stadt vom jenseitigen Ufer des Douro, wo bereits der Nachbarort Vila Nova de Gaia mit all den Kellern der bedeutenden Portweinfirmen voller millionenschwerer Schätze beginnt. Hier legen auch die Flussschiffe an und bieten bereits beim Einschiffen den ultimativen Blick auf die steil vom Wasser aufsteigende Altstadt von Porto mit ihrem Gewirr an Häusern und Gassen, gekrönt von der Kathedrale.

Vor der Silhouette des Altstadtviertels Ribeira – seit 1996 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes – dümpeln dekorativ die alten Portweinschiffe, gondelähnliche Boote, mit denen einst die Weinfässer den Douro durch teils gefährliche Stromschnellen heruntergeschippert wurden. Hier überspannt die filigran wirkende Eisenkonstruktion der Ponte de Dom Luís I. den Fluss, die über zwei Ebenen Porto mit Vila Nova de Gaia verbindet. Über diese Brücke spaziert man dann zum anderen Ufer. An der Uferpromenade reihen sich Cafés und Restaurants, steile Gassen führen in die oberen Stadtteile. Wer nicht zu Fuß aufsteigen will, kann mit der Standseilbahn Funicular dos Guindais in wenigen Minuten den steilen Anstieg überwinden (Talstation unter der Brücke).

Erforschen Sie die historische Altstadt von Porto

In der verwinkelten Altstadt erhebt sich stolz der klassizistische Börsenpalast von 1844 mit einem Festsaal in überreichem, neomaurischem Stil. Auf einem Felsen über dem Gassenlabyrinth thront neben dem gigantischen Bischofspalast die zweitürmige Kathedrale, die „Sé“. Sie wurde im 12. Jahrhundert als Wehrkirche erbaut und behielt trotz Umbauten im 17. und 18. Jahrhundert ihren romanischen Charakter bei. Aus dem insgesamt schlichten Innenraum heben sich besonders der vergoldete Hauptaltar und ein silberner Altar im Querschiff hervor. Der gotische Kreuzgang wurde im 18. Jahrhundert mit Azulejos ausgeschmückt, den für Portugal typischen, mit vielerlei Szenen und Motiven bemalten Keramikfliesen, die man vielfach an Kirchen, Hausfassaden und öffentlichen Gebäuden findet.

Die nahe Santa-Clara-Kirche aus dem 15. Jahrhundert, äußerlich in schlichter Gotik, glänzt im Inneren durch eine ungewöhnlich üppige, barocke Ausstattung: Wände, Pfeiler und Altäre aus brasilianischem Edelholz sowie die Decken sind vollkommen mit Blattgold überzogen – ein überwältigender Goldrausch.

Ein Höhepunkt im wahrsten Sinn des Wortes ist der Torre dos Clérigos, der 76 Meter hohe Glockenturm der gleichnamigen „Kirche der Geistlichen“. Das Wahrzeichen von Porto wurde als Orientierungshilfe für die Seeleute gebaut und bietet von oben den schönsten Rundblick über die Stadt. Die 1732 bis 1750 entstandene Kirche ist vor allem wegen ihrer barocken Außenfassade mit großen Fenstern sehenswert.

Der Mittelpunkt der Innenstadt zwischen der Altstadt Ribeira und den oberen Stadtteilen ist der Freiheitsplatz (Praça da Liberdade) mit der Reiterstatue von König Joãos IV. Hier beginnt der breite Boulevard Avenida dos Aliados, von dem nach allen Seiten Haupteinkaufsstraßen abzweigen. Am nördlichen Ende erhebt sich das neoklassizistische Rathaus von 1916 mit 70 Meter hohem Glockenturm.

Auf den Spuren der Geschichte Portos

Normalerweise besichtigen nur Eisenbahnfans den Bahnhof einer Stadt. Doch in Porto gehört der 1915 eingeweihte Hauptbahnhof, die Estação de São Bento, zu den großen Sehenswürdigkeiten: Rund 20.000 blaue Azulejos an den Wänden der großen Bahnhofshalle zeigen Szenen aus der Geschichte des Landes, aus dem Alltag und dokumentieren den Stolz der Bewohner über das neue Verkehrsmittel Dampfeisenbahn.

Einen Genuss für alle Sinne verspricht der Mercado do Bolhao, der Markt in der wunderschönen alten Markthalle mit gusseiserner Galerie, in der sich Berge von Kraut und Rüben, Früchten, Blumen und Zwiebelzöpfen, lebendiges Federvieh und glänzende Fischleiber stapeln.

Eine nicht alltägliche Sehenswürdigkeit ist auch die Buchhandlung „Livraria Lello e Irmão“. Sie wurde 1906 erbaut und gilt mit ihrer neogotischen Außenfassade und der lupenreinen Jugendstil-Inneneinrichtung als eine der schönsten Buchhandlungen des Landes. Das kulturelle Leben in Porto spielt sich auf hohen Niveau ab. Museen, Konzerthäuser, Theater, Kunstgalerien und Bibliotheken bieten hochkarätige Angebote. Die wohl bekanntesten Museen von Porto sind das „Soares dos Reis National“, das sich der portugiesischen Kunst vom 16. zum 20. Jahrhundert widmet, und das „Museu de Arte Contemporânea“ für zeitgenössische Kunst.

Porto hat ein ausgezeichnetes kulturelles Angebot zu bieten

Für exzellenten Hör- und gleichzeitig auch Sehgenuss sind die Konzerthäuser bekannt – der elegante „Coliseu do Porto“ oder die 2005 eröffnete, futuristisch anmutende „Casa da Música“. Aber die Bürger von Porto sind nicht nur kulturverliebt, ihre flammende Leidenschaft gilt auch dem Fußball: Bei den Heimspielen des FC Porto oder Boavista Porto brodeln die Emotionen der jeweiligen Anhänger über, wenn es bei einem Spiel vom FC Porto im Estádio do Dragão (50.000 Sitzplätze) oder im Bessa Século XXI (30.000 Plätze) von Boavista Porto zur Sache geht.

Die Brücken von Porto: Mehrere Brücken überspannen den tief eingeschnittenen Mündungstrichter des Douro. Direkt an der Altstadt verbindet die Ponte de Dom Luis I die südliche Partnerstadt Vila Nova de Gaia mit Porto. Die von dem Eiffel-Schüler Théophile Seyrig 1875 bis 1877 erbaute Bogenbrücke ist 385 Meter lang, 45 Meter hoch und hat zwei Ebenen, unten für den Straßenverkehr, oben für die Metro und beide auch für Fußgänger. Gustave Eiffel persönlich hatte etwas früher ebenfalls zusammen mit Seyrig weiter oberhalb am Fluss die 362 Meter lange und 61 Meter hohe Ponte Maria Pia konstruiert. Natürlich ist es kein Zufall, dass beide Brücken mit ihren filigranen Eisenkonstruktionen Parallelen zum Eiffelturm in Paris erkennen lassen. 1963 folgte die 70 Meter hohe und 615 Meter lange Stahlbeton-Bogenbrücke Ponte da Arrábida, 1995 die über einen Kilometer lange Brücke do Freixo, 2002 die 370 Meter lange und 25 Meter hohe Brücke Infante D. Henrique.

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