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Immense Kunstschätze in großer Pracht - Willkommen in St. Petersburg

Die Stadt der Paläste

Wo es vor 300 Jahren Sümpfe gab, steht nun eine der schönsten Städte der Welt: St. Petersburg wurde aus dem Nichts geschaffen – ein strahlender Anblick. Und natürlich fester Bestandteil jeder Russland-Kreuzfahrt mit den Schiffen von nicko cruises.

Tagsüber ist der 4,5 Kilometer lange Newski Prospekt, die Hauptmeile der Stadt, ein Prachtboulevard zum Bummeln, Schlemmen und Einkaufen. Nachts zeigt er sich illuminiert. Gesäumt von Stadtpalais in Karmesinrot und hellem Grün, mit Säulenganghäusern und gereihten Zarendenkmälern. In Nobelläden werden Haute Couture und heimischer schwarzer Kaviar angeboten, in Metro-Unterführungen spielen Straßenmusiker auf. Es mischen sich Pärchen, Blumenverkäufer und Lebenskünstler mit Büromenschen, stolzen Uniformierten mit Tellermützen und Touristen.

„Es gibt nichts Schöneres als den Newski Prospekt“, schrieb der Dichter Nikolai Gogol, „für Petersburg ist er alles.“ Das Kaufhaus Gostiny Dwor an der gleichnamigen Metro- Haltestelle erinnert noch an die stolze Historie. Schon im 18. Jahrhundert gab es hier einen Handelsplatz, Kaufleute aus dem riesigen Russland, über viele Tage angereist, stellten ihre Pferde im Innenhof unter und bezogen im zweigeschossigen Haus Quartier für Wochen, um Waren zu verkaufen. Heute erstrecken sich die Verkaufsstände auf mehr als einen Kilometer Länge, die Atmosphäre gleicht der auf einem Basar.

Der Kunsthort und andere Sehenswürdigkeiten

Das Juwel der Stadt aber ist die Eremitage. Mit drei Millionen Exponaten gehört sie zu den reichsten Kunstsammlungen der Welt, pro Jahr wird sie von zweieinhalb Millionen Menschen besucht. Fast tausend Säle sind vorhanden. Doch wer jedes einzelne Bild auch nur 30 Sekunden betrachten wollte, bräuchte zwei Jahre. Die Schau der Superlative präsentiert italienische, französische, niederländische und andere Malerei, die sämtliche europäische Nebenströmungen einbindet.

Mehr Kunst so kompakt gibt es weltweit kein zweites Mal. Außen wie innen ist die Auferstehungskirche am Gribodeow-Kanal ein Prachtstück orthodoxer Architektur. Sie wurde zu Ehren Alexander II. nach dem Vorbild der Basilius-Kathedrale in Moskau errichtet. Der Zar fiel 1881 ausgerechnet in diesem Gotteshaus einem Attentat zum Opfer. Über die Kanäle Fontanka und Mojka fahren Dampfer, St. Petersburg ist nahe am Wasser gebaut. Das macht den Reiz dieser Stadt aus.

Der Wille eines Herrschers

1703 legte Zar Peter in der Peter-und-Paul-Festung an der Newa den Grundstein der Stadt, zuvor war er jahrelang durch Europa gereist und hatte sich mit Architektur und modernem Städtebau, Schiffstechnik und Handwerk befasst. Die Halbinsel, auf der auch die Peter-und-Paul-Kathedrale mit ihren goldglänzenden Dächern steht, wirkt in der verkehrsdurchtosten Stadt fast idyllisch. In der Kirche liegen die Zaren beerdigt, ihre 122 Meter hohe Turmspitze ist das höchste Gebäude der Metropole.

Peter der Große war es, der persönlich den Platz im Mündungsdelta der Newa aussuchte; die Flusslandschaft zwischen Ladoga-See und Ostseeküste sollte mit einer Festung gegen feindliche Anschläge gesichert werden. Zur Festung gehörte eine Stadt, nach dem Apostel Petrus benannt, ein Hafen und eine „Admiralität“, womit die große Werftanlage gemeint war, die noch heute viele Arbeitsplätze bietet. Das russische Riesenreich mit seinen vorwiegend bäuerlichen Menschen und einer kleinen urbanen Elite sollte an Europa angebunden werden. Am Gründungstag soll sich, so will es die Legende, ein flügelschlagender Adler auf den Handschuh Peters niedergelassen haben, um dann in den Himmel zu entschwinden. St. Petersburg, so die Deutung, entstand auch als Schöpfung einer höheren Macht. Mit irdischer Unerbittlichkeit zwang der Zar Zehntausende seiner dienstpflichtigen Untertanen, die Sümpfe zu trocknen, die Wälder zu roden und beim Bauen der Straßen und Häuser Hand anzulegen.

St. Petersburg war Chefsache, Peter der Große wollte damit ein für allemal in die Geschichte eingehen. Er hat erfolgreich Kriege geführt, das Land modernisiert, die Bildung gefördert und Reformen durchgepaukt – aber seine größte Tat war die Stadt in den Sümpfen. Das abgeschottete Russland hatte auf einmal ein Tor zur Welt. Deshalb entstanden sich an Pracht überbietende Amtsgebäude und Handelshöfe, aber auch Ladenreihen und Märkte. Der Zar aber lebte selbst jahrelang bescheiden in einem aus Fichtenstämmen provisorisch gezimmertem Häuschen. Um ihn herum wuchs die Stadt heran mit breiten Straßen, Palais in holländischem Barock, mit Alleen, Götterstatuen, Grotten, Orangerie und Tiergehegen, Parks und dem herrschaftlichen Sommergarten. Damit wollte der kluge Herrscher, eine Ausnahmeerscheinung unter Russlands Mächtigen, Despotie und Tyrannei beenden. St. Petersburg wurde zur weltoffenen Metropole von majestätischer Glorie, militärischer Macht und polizeistaatlicher Ordnung. Als Peter 1725 starb, erst 52 Jahre alt, hatte er Russland in die europäische Zivilisation katapultiert und den Moskowitern (wie sich die Russen damals nannten) eine neue Identität verschafft. 

Fenster nach Europa

„Petersburg ist nicht Moskau“, grenzen sich die Stadtführer noch heute ab. Moskau wollte nach Abtrennung von Byzanz immer das Zentrum der Ostkirche werden, St. Petersburg ist das Schaufenster in den Westen. Deshalb strotzt es von Theatern, Museen, Bibliotheken, der Philharmonie und Kaufmannshöfen wie keine andere russische Stadt.

„Ich liebe dich, du Schöpfung Peters. Ich liebe deinen strengen schönen Anblick“, heißt es in Alexander Puschkins Hymne auf die Stadt. Für das alte, rechtgläubige Russland war sie die steingewordene Fieberfantasie eines überdrehten Potentaten. Heute gilt sie aufgrund ihrer Lage, dem klaren Straßenmuster und der systematischen Bebauung der Innenstadt als eine der schönsten Städte der Welt. Auch die Kommunisten haben sie in ihren 70 Jahren der Herrschaft nicht geliebt, aber nach der Wende ist sie zum Sinnbild des russischen Aufschwungs geworden. Europäisch und doch sehr russisch.

Essen und Trinken gehört zu den Leidenschaften der Russen. Sie sitzen an übervollen Tischen, auch das Alkoholangebot muss üppig sein. Traditionell russisch und doch modern sind viele Restaurants, die Ausstattung zeigt Folklore mit bunten Blumenmustern und roten Lüstern. Den Kamschatka-Krabbensalat servieren, so heißt es, immer die hübschesten Kellnerinnen. Unbedingt probieren sollte man Borschtsch, die traditionelle kräftige Suppe mit Roter Beete. Der „Russian Standard“ Wodka wird in der Karaffe auf den Tisch gestellt, und die muss dann geleert werden. Vor den besseren Lokalen stehen Männer, die „Katschki“ genannt werden, „Muskelpumpen“. Drinnen gibt es Sushi, aber auch Steaks von bestem Fleisch aus Sibirien.

Jeder zweite Tourist verlässt die Stadt mit einer Matrjoschka. Bis zu 15 Puppen unterschiedlicher Größe stecken ineinander. In der teuersten Matrjoschka, im Gostiny Dwor ausgestellt, sind es 500. Lohnenswert ist auch der Besuch des Bauernmarktes am Kusnetschki Pereulok, eine knallbunte Attraktion. Viele Produkte stammen aus privaten Gärten, liebevoll aufgepäppelt, und es kann zünftig gefeilscht werden. Dekadenz pur dagegen in den Modeboutiquen am Newski Boulevard. Die ausgefallenen Kreationen russischer Designer belegen den Quantensprung vom Kittel-Look der Sowjetzeit in die heutige Epoche, doch tragen können sie nur wenige.

Stadt mit Vergangenheit und Zukunft

St. Petersburg ist eine Stadt zwischen Aufbruch und Melancholie. Mit ihren 24 Inseln, 86 Kanälen und Flüssen und nahezu 500 Brücken hat die alte Zarenresidenz etwas Bezauberndes. Sie kann mit Städten an der Adria mithalten, nicht umsonst waren hier italienische Architekten federführend. Dass das Gesicht, das sie ihr gegeben haben, noch da ist, grenzt an ein Wunder. Unter Lenin wurde Moskau wieder Hauptstadt, unter Stalin gab es ernsthafte Überlegungen, das „dekadente“ Stadtbild St. Petersburgs zu schleifen.

500 Paläste, das war zuviel für die Kommunisten. Doch das historische Zentrum hat überlebt, wird nun gepflegt und gehätschelt und gilt als großer Trumpf der Stadt an der Newa. „Es gibt keinen zweiten Ort in Russland, wo die Imagination sich mit solcher Leichtigkeit von der Realität löst“, schrieb Joseph Brodsky, der vor einigen Jahren gestorbene große Sohn der Stadt, der mit dem Literaturnobelpreis geehrt worden ist. Petersburger Geschichte ist Mythologie, der Stadtraum ist voller Theatralik und die strenge Einfachheit des Stadtensembles – mit Palästen und Straßenzügen wie vom Reißbrett, ausgewogenen Proportionen, flutendem Barock, Klassizismus, Historismus und Jugendstil – verleiht St. Petersburg eine einzigartige Würde.

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