Rüdesheim

Am Fuß des Rheingaugebirges schmiegt sich Rüdesheim (10.000 Einwohner) an die vom Rhein aufsteigenden Hänge. Zusammen mit Bingen auf der anderen Rheinseite ist Rüdesheim das Tor zu dem von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannten „Oberen Mittelrheintal“.

Das schon von den Kelten besiedelte, im Mittelalter mit einer Ringmauer versehene Rüdesheim gehörte bis 1803 zu Kurmainz und danach zum Herzogtum Nassau. Unübersehbar erhebt sich über der Stadt das als Erinnerung an die deutsche Einigung von 1871 erbaute Niederwalddenkmal. 1877 legte Kaiser Wilhelm I. den Grundstein für das Denkmal, zu dem eine Seilbahn hinaufführt. Gekrönt wird das insgesamt 38 Meter hohe Bauwerk von einer 12 Meter hohen Germania.

Von oben hat man einen weiten Blick in das Rhein- und das Nahetal. Unten im Rhein, wo an der Engstelle des einst gefährlichen „Binger Lochs“ der Durchbruch durch das Rheinische Schiefergebirge beginnt, steht auf einer kleinen Insel mitten im Fluss der Mäuseturm, der im 14. Jahrhundert als Wachturm erbaut wurde und bis 1974 als Signalturm diente.

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Einer der prächtigsten Bauten Alt-Rüdesheims ist der Klunkhardshof, ein monumentaler, in leichtem Knick geführter zweigeschossiger Fachwerkbau aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Eine Reihe weiterer schöner alter Höfe aus verschiedenen Epochen befinden sich in der Oberstraße: der Frankensteiner Hof, der Ritter‘sche Hof und der Bassenheimer Hof. Am schönsten ist der ab 1292 erbaute Brömserhof, der ehemalige Sitz des alten Rüdesheimer Geschlechts der Brömser mit gotischer Kapelle und einem von Fresken geschmückten Ahnensaal. Seit 1973 beherbergt er Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett, eine Sammlung von etwa 350 selbstspielenden mechanischen Musikinstrumenten aus drei Jahrhunderten.

In der Nähe des Rheins liegt die Brömserburg, die vom 10. bis 19. Jahrhundert in Besitz der Erzbischöfe von Mainz war und jetzt die umfangreichen Sammlungen des Rheingauer Weinmuseums enthält. Denn der Weinbau wurde neben der Schifffahrt im Lauf der letzten Jahrhunderte immer wichtiger. Fachwerkromantik, stuckverzierte Hotelbauten und vor allem rheinische Weinfröhlichkeit locken Touristen aus der ganzen Welt nach Rüdesheim.

Mehr als drei Millionen Besucher zählt die Stadt Jahr für Jahr, und wohl kein Gast lässt die berühmte Drosselgasse aus. So kann es auf dem nur 144 Meter langen, an der schmalsten Stelle gerade einmal drei Meter breiten Gässchen schon mal eng werden. An Einkehrmöglichkeiten ist kein Mangel. Schon ab zwölf Uhr mittags sorgen Lokale mit Live-Musik und Leckerem aus Küche und Weinkeller bis weit in die Nacht hinein für gute Laune. Zur weinseligen Stimmung gehört auch traditionell das schon 1887 von Otto Hausmann verfasste Lied „ Zu Rüdesheim in der Drosselgass“.