Stralsund - Flussreisen in das UNESCO-Weltkulturerbe

Das 1234 gegründete Stralsund (57.500 Einwohner) kam wegen des Fischreichtums im Strelasund und in den angrenzenden Boddengewässern rasch zu Wohlstand. Frühzeitig wurde mit dem Bau mächtiger Kirchen und eines repräsentativen Rathauses begonnen. Mit dem Eintritt in die höchst erfolgreiche Interessengemeinschaft der Hanse Ende des 13. Jahrhunderts entwickelte sich Stralsund zu einer florierenden Handelsstadt.

Als im Dreißigjährigen Krieg Wallenstein die Stadt belagerte, riefen die Bürger die Schweden zu Hilfe. Diese kamen und verleibten die Stadt mit ganz Vorpommern 200 Jahre lang in das Territorium des Königreiches Schweden ein. Nach dem Wiener Kongress kam Schwedisch-Pommern mit Stralsund 1815 zu Preußen.

Seit 2002 steht die Altstadt von Stralsund zusammen mit Wismar unter dem Namen „Historische Altstädte Stralsund und Wismar“ auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. Bauten aus acht Jahrhunderten, überwiegend in Backsteingotik, prägen die von Wasser umflossene Altstadt.

Flussreisen auf Ostsee und Oder

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Schon weithin sichtbar ragen die drei großen Backsteinkirchen über die Dächer der Altstadt, allen voran die Marienkirche mit ihrem 104 Meter hohen Turm, den vier kleine Treppentürme flankieren. Sie wurde 1384 bis 1478 erbaut und ist in der zeitgenössischen Architektur einmalig. Zusammengefügt aus zwei Seitenhallen, besitzt das Gotteshaus einen polygonalen (vieleckigen) Chorumgang mit Kapellenkranz. Ungewöhnlich ist auch das dreischiffige Querhaus. Mit ihrem 96 Meter langen, 41 Meter breiten und im Mittelschiff 33 Meter hohen Innenraum ist die Marienkirche – nach der Marienkirche in Danzig – die größte Backsteinkirche im Hanseraum. Zu den Kostbarkeiten des Gotteshauses zählt die 1659 vom Lübecker Orgelbaumeister Friedrich Stellwagen geschaffene Barockorgel. Wer die 366 Stufen des Turmes ersteigt, dem bietet sich ein faszinierender Blick über die Stadt, auf die Insel Rügen und die Ostsee.

Zu den schönsten Sakralgebäuden im Norden Europas gehört die monumentale St. Nikolaikirche am Alten Markt aus dem 13. Jahrhundert mit ihren eindrucksvollen Doppeltürmen. Im Innern sind zwei imposante Orgeln sowie zahlreiche Kunstschätze zu bewundern, darunter die bedeutende, fast zweieinhalb Meter hohe Stuck-Monumentalskulptur „Anna Selbdritt“. Die bunte Ausmalung an Säulen und Wänden, wie sie in gotischen Backsteinkirchen selten vorkommt, gibt dem Raum eine lichte, fröhliche Atmosphäre. Dritte gotische Backsteinkirche ist die Jakobikirche, überragt von einem 68 Meter hohen, wuchtig wirkenden Turm, der durch seinen reichen ornamentalen Schmuck beeindruckt. Sie wird heute als Kulturkirche für Konzerte, Theater und Ausstellungen genutzt.

Absolutes Schmuckstück Stralsunds ist der Alte Markt, den bunte Giebelhäuser umrahmen und wo Straßencafés zur Kaffeepause locken. Hier ragt die großartige Schaufassade des Alten Rathauses aus dem 14. Jahrhundert mit Türmchen, Spitzgiebeln und Rosetten himmelwärts. Dieses Wahrzeichen Stralsunds gilt als bedeutendster Profanbau der deutschen Ostseeküste und lässt noch heute Ruhm und Reichtum der Hansezeit erahnen. An der Marktfront zeigen die Wappen der Hansestädte Wismar, Lübeck, Hamburg, Greifswald, Stralsund und Rostock, wie vielseitig die Handelsbeziehungen waren. Im Inneren diente eine sechsschiffige, gewölbte Kellerhalle vermutlich als Tuchhalle, darüber befindet sich im Erdgeschoss eine zweischiffige Gewölbehalle. Im 17. Jahrhundert erhielt der lang gestreckte Rathausdurchgang eine barocke Galerie.

Stralsund: Historische Altstadt entdecken

Doch nicht nur in den monumentalen Kirchen und öffentlichen Gebäuden, sondern auch in den aufwendig gestalteten Giebelhäusern der Handelsherren im Gewirr der Altstadtgassen drückt sich der einstige Wohlstand der Stadt aus. Überall in der Stadt dominiert die Farbe Backstein-Rot – auch an den ehemaligen Klöstern, die im geistigen und kulturellen Leben ebenfalls eine wichtige Rolle spielten.

Zwei interessante Museen befassen sich mit dem Meer. Einmal das Meeresmuseum in einer frühgotischen Klosterkirche, in dem drei Dutzend Aquarien die faszinierende Unterwasserwelt der Tropen und des Mittelmeeres zeigen. Publikumslieblinge sind die Meeresschildkröten, die hier Deutschlands größtes Schildkrötenbecken bevölkern. Und im futuristisch anmutenden Ozeaneum auf der Hafeninsel direkt am Strelasund kann man eine Unterwasserreise durch Ostsee, Nordsee und Atlantik bis hin zum Polarmeer unternehmen. Highlights sind dort neben den „Riesen der Meere“ das ebenso riesige Schwarmfischbecken.

An der Fährbrücke im Hafen beeindruckt das ehemalige Segelschulschiff „Gorch Fock (I)“ – nicht zu verwechseln mit der 1958 erbauten, von der deutschen Marine genutzten „Gorch Fock (II)“. Es lief 1933 als erstes einer Serie von sechs baugleichen Schiffen vom Stapel und lag bis 1945 als stationäres Ausbildungszentrum des Offiziersnachwuchses in Stralsund. Bei Kriegsende vor der Stadt versenkt, wurde es 1947 gehoben und repariert. Danach fuhr es unter dem Namen „Towarischtsch“ als Segelschulschiff der russischen und später der ukrainischen Handelsmarine zur See. 2003 kehrte es unter seinem alten Namen nach Stralsund zurück und kann besichtigt werden. Wer maritimes Ambiente mag, kann hier an Deck sogar den Bund fürs Leben schließen.

Wenig bekannt ist, dass eine weit über deutsche Grenzen hinaus beliebte, sehr herzhafte Fischspezialität aus Stralsund stammt: der Bismarckhering. 1871 schickte ein Stralsunder Kaufmann und Bismarckverehrer dem Reichskanzler zum Geburtstag ein Fässchen mildsauer eingelegter Heringe. Der hohe Herr im fernen Berlin war begeistert und erlaubte dem „untertänigst“ darum bittenden Fischfabrikanten, seine so zubereiteten Ostseeheringe als „Bismarckheringe“ zu vertreiben.

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