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Traumhafte Ostsee – Reisetipps für Ihre Kreuzfahrt

Abwechslung pur bietet die Flusskreuzfahrt zwischen Stralsund und Potsdam mit der Kombination völlig verschiedener Landschaften: die Ostsee mit den großen Inseln Rügen und Usedom, die Oder mit dem Nationalpark unteres Odertal sowie die Havel auf ihrem Lauf durch Berliner Seen nach Potsdam zum Schloss Sans Soucis. Der Wetterfrosch hat sich geirrt. Zum Glück! Statt grauer Wolken verspricht strahlend blauer Himmel über Stralsund und der weiten Boddenlandschaft einen schönen ersten Kreuzfahrttag. Auch ein Schwanenpaar scheint bester Stimmung und guckt neugierig durch die Kabinenfenster des Hauptdecks.

Die verdutzten Kreuzfahrer freuen sich über den tierischen Besuch – wann kann man den großen stolzen Vögeln schon einmal direkt in die Augen schauen? Und auch im eleganten Panorama-Restaurant bekommen die Passagiere zu den Mahlzeiten die Umgebung sozusagen in der Schwanenperspektive serviert – gluckert das Wasser doch nur eine gute Hand breit unter den Fenstern vorbei. An diesem sonnigen Morgen hält sich kaum jemand lange beim Frühstück auf oder macht es sich im Salon auf dem Oberdeck bequem – alle zieht es aufs Sonnendeck, um das Auslaufen der MS KATHARINA VON BORA vom Stralsunder Hafen zu beobachten.

Stralsund bei einer Flusskreuzfahrt erleben

In die markante Altstadtsilhouette mit den Kirchtürmen und Speicherhäusern schiebt sich etwas provokant das neue, weiße, geschwungene Ozeaneum, das die Besucher zu einer spannenden Unterwasserreise durch die nördlichen Meere einlädt. Die alte Hansestadt strahlt längst wieder in altem Glanz. Kein Wunder, hat die UNESCO die großartig restaurierte Altstadt mit Rathaus und Kirchen in schönster Backsteingotik als Weltkulturerbe geadelt. Der Wind frischt auf, schon bald durchpflügt die MS KATHARINA VON BORA das etwas kabbelige Wasser der Boddenlandschaft mit Kurs auf Hiddensee.

Bodden nennt man die von Landzungen von der Ostsee abgetrennten Küstengewässer, die nur einen schmalen Zugang zum offenen Meer haben. Und hier, im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, darf die Natur nach ihrer Laune walten und gestalten: bei Stürmen an der Küste nagen und anderswo wieder Sand anspülen, Dünen aufbauen und Sandbänke verschieben oder ungehindert Bäume fällen. So markieren rote und grüne Bojen die immer mal wieder wechselnde Fahrrinne.

Der Kapitän fädelt sein Schiff sicher im Slalomkurs zwischen den Bojen hindurch. Die Tour „Ostseeträume“ zählt zu seinen Lieblingsrouten, verrät er. Da werde es niemals langweilig. Dafür sorgen schon die unterschiedlichen Voraussetzungen auf den Boddengewässern, zwischen den Ostseeinseln und auf der Oder, die mit Hoch- oder Niedrigwasser ebenso herausfordern kann wie extrem niedrige Brücken.

Mit zwei Pferdestärken über Hiddensee

Ausgesprochen malerisch liegt die kleine Insel Hiddensee vor ihrer großen Schwester Rügen. Hier steigen die Kreuzfahrer vom Schiff in Pferdekutschen um, denn dieses idyllische Eiland ist autofrei. Mit zwei PS zuckeln Uta, Baschka und all die anderen gutmütigen Mecklenburger Kaltblüter zur Ausflugsfahrt über die schmalen Sträßchen.

Ganz reizend ist die Inselkirche im Dorf Kloster mit schwebendem Barockengel und ausgemalter Sternendecke. Für den deutschen Schriftsteller Gerhart Hauptmann war Hiddensee ein kleines Paradies. Auf dem Friedhof von Kloster liegt sein Grab und in seinem ehemaligen Haus Seedorn ehrt heute ein Museum den Literaten. Auch Landschaftsmaler zog Hiddensee magisch an. Viele Maler haben den interessanten Wechsel zwischen Steil- und Flachufer, Wiesen, Wäldern, den Dünenheiden und Mooren in ihren Bildern eingefangen. Das war auf Rügen nicht anders. Wer kennt nicht Caspar David Friedrichs hochromantisches Bild „Kreidefelsen auf Rügen“. In der Hochsaison kommt allerdings am berühmtesten Felsen der Kreideküste, dem Königsstuhl, beim Anblick der Besuchermassen wenig Romantik auf.

Tipp: vom Busparkplatz weist ein Schild zur „Victoriasicht“, so genannt, weil 1895 der König von Preußen, Wilhelm I., mit seiner Schwiegertochter, der Kronprinzessin Victoria, dort geweilt haben soll. In rund 10 Minuten wandert man durch wunderschönen Buchenwald zum Aussichtspunkt mit Blick auf den Königsstuhl – hier herrscht weit weniger Andrang.

Nostalgischer Jugendstil-Flair auf Rügen

Ein ganz anderes Gesicht der großen Insel Rügen zeigt am nächsten Tag der Ausflug zu den Ostseebädern, die nach aufwändigen Sanierungen in den 1990er Jahren wieder als wahre Schmuckstücke erstrahlen – allen voran die beiden größten und nobelsten: Binz und Sellin. Beim Schlendern durch die Ortskerne und entlang der Strandpromenaden könnte man stundenlang schauen und staunen bei all den vielschichtigen Ensembles von Jugendstil-Villen mit Türmen, Erkern und Balkonen mit reichverzierten Holzornamenten, das ist Nostalgie pur. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich hier in die Blütezeit der Seebäder um 1900 zu versetzen, als die Damen der „besseren Gesellschaft“ in auf Wespentaille geschnürten Gewändern mit Sonnenschirmchen zur Seebrücke flanierten.

Binz punktet neben einem wunderschönen Ortsbild zudem mit seinem acht Kilometer langen Superstrand an der „Prorer Wiek“. Entlang bewaldeter Anhöhen führt eine Aleenstraße direkt zum Seebad Sellin. Frisch herausgeputzte Villen und Hotels scheinen im permanenten Schönheitswettbewerb zu liegen – die Selliner Seebrücke gehört sicher ganz oben aufs Treppchen. Wie ein kleines Schlösschen wirken die Brückenpavillons, die nach Originalplänen wiedererbaut, bereits zu den Wahrzeichen Rügens zählen. Vom Hochufer führt die „Himmelsleiter“ 78 Stufen hinunter zu Kaffe, Eis und Kuchen mit Logenblick über die Ostseewellen bis nach Sassnitz und zu den Kreidefelsen. Wer es bequemer mag – ein Lift surrt in wenigen Sekunden hinunter zur Seebrücke.

Jugendstilcharme und verschnörkelte Bäderarchitektur

Mit Jugendstilcharme und verschnörkelter Bäderarchitektur locken auch die sogenannten Kaiserbäder auf der nächsten großen Insel, Usedom. In Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin reihen sich prächtige Villen und Hotels an die Strandpromenaden. Von der historischen Seebrücke in Ahlbeck führt ein netter Spaziergang auf der Promenade nach Heringsdorf – links die Villen, rechts der endlos lange Sandstrand. In der Villa Staudt zum Beispiel hatte sich schon Kaiser Wilhem II. mit der Frau Konsul zum Tee verabredet, und die Villa Oppenheim wählte der amerikanische Künstler Lyonel Feininger zum viel gezeichneten Motiv.

Nach so vielen Ausflügen lassen sich auf der langen Fahrt durchs Stettiner Haff die Annehmlichkeiten an Bord der MS KATHARINA VON BORA wieder besonders intensiv genießen. Landschaft am Sonnendeck gucken, einen Kaffee im Salon trinken – bis die Bordfee per Lautsprecher zur nächsten leckeren Mahlzeit lockt.

Abschied von der Ostsee. Im deltaähnlichen Gebiet bei Stettin beginnt die Oderfahrt. Im Naturpark Unteres Odertal wähnt man sich fast wie auf einem Dschungelfluss. Schilfgürtel säumen die Ufer, Graureiher staken durchs Wasser, Vogelschwärme steigen hoch ins Abendrot. Wo der Wald bis ans Wasser reicht, leuchten abgestorbene Bäume wie weiße Gespenster aus dem grünen Dickicht. Im Finowkanal erwartet uns mit dem Schiffshebewerk Niederfinow ein Kontrastprogramm. Voll im Betrieb, und doch schon ein technisches Denkmal, leistet der Fahrstuhl für Schiffe seit 80 Jahren seinen Dienst und hievt sie in einer großen Wanne 36 Meter nach oben.

Vor uns verschwindet gerade ein Schiff im Schlund des Stahlkolosses – ein faszinierendes Schauspiel. Nur einen Steinwurf entfernt entsteht zurzeit ein neues, hochmodernes Schiffshebewerk, das auch größere Schiffe schleusen kann. Auf dem Oder-Havel- Kanal geht die Fahrt weiter in Richtung Berlin zur Havel. Am Tegler See und Wannsee zeigt sich Berlin von seiner grünsten Seite. Kurz hinter der Glienicker Brücke – in DDR-Zeiten Austauschspunkt für Spione – kommt schon Babelsberg und bald Potsdam in Sicht.

Der letzte Ausflug führt zum Alten Fritz und seinem Schloss Sans Souci mit den schönen Terrassengärten. Auf der obersten Terrasse sind seit einigen Jahren wieder die sterblichen Überreste des Königs begraben – neben seinen geliebten Windhunden. Auf der schlichten Gedenkplatte liegt immer eine frische Kartoffel, zum Dank, dass der Herrscher die Kartoffel in Deutschland einführte, damit seine Untertanen satt werden konnten.

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