Sie befinden sich hier: nicko cruises – Kleine Schiffe. Große Erlebnisse. » Magazin » Neckar » Ludwigsburg

Ludwigsburg

„Barockstadt“ nennt sich Ludwigsburg (88.000 Einwohner) zu Recht. Mehrere barocke Schlösser und ein großzügiger, von Arkaden umsäumter barocker Marktplatz prägen die Stadt. Sie wurde erst im 18. Jahrhundert gegründet, als der württembergische Herzog Eberhard Ludwig (1677-1733) in den Wäldern des  Neckarlandes mit dem Bau eines kleinen Jagdschlosses begann. Der Herzog stand stark unter dem Einfluss seiner Geliebten Wilhelmine von Graevenitz, der es im Stuttgarter Alten Schloss zu eng und zu  muffig war. So beschloss er, das im Bau befindliche Jagdschloss prunkvoll und monumental umzugestalten und künftig von Ludwigsburg aus zu regieren. Und für seine Favoritin Graevenitz ließ er nebenbei noch das fünf Gehminuten entfernte Jagd- und Lustschloss Favorite erbauen. 

Hauptanziehungspunkt ist das Residenzschloss, 1704 bis 1733 erbaut und mit 18 Gebäuden, drei Höfen und 452 Räumen das größte, unzerstört erhaltene Barockschloss Deutschlands. Noch vor der endgültigen Fertigstellung des „Schwäbischen Versailles“ verlegte der Herzog 1724 die Hauptstadt des Landes nach Ludwigsburg. Erst sein Großneffe Herzog Carl Eugen wählte 1764 wieder Stuttgart als Landeshauptstadt, 1775  kehrte auch die Hofhaltung nach Stuttgart in das dort entstehende Neue Schloss zurück. 

Flussreisen auf dem Neckar

Bei den Führungen wird ein Teil der 50  Räume des Residenzschlosses besichtigt. Die prunkvolle und üppige Ausstattung mit wertvollen Möbeln, Porzellan und Gobelins sollte den Barockschlössern in Wien oder Versailles in nichts nachstehen. Ganz anders das Appartement von Herzog Carl Eugen. Hier sind die Räume  im Gegensatz zum oft schwerblütigen Prunk Eberhard Ludwigs in leichtem Rokoko-Dekor gestaltet. 

Im Schloss befinden sich mehrere Museen, darunter das Keramikmuseum, wo das Württembergische Landesmuseum seine umfangreiche Porzellan-,  Fayence- und Keramiksammlung ausstellt. Besondere Berücksichtigung finden dabei die Produkte aus der Ludwigsburger Porzellan-Manufaktur, die 1750 gegründet wurde und bis in jüngste Zeit wertvolle Figuren, Geschirr, Gebrauchsgegenstände und Kunst  herstellt.

In der Barockgalerie sind über 120 ausgewählte Werke deutscher und italienischer Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts zu bewundern. Das Modemuseum enthält eine Kostüm- und Kleidungssammlung vom 18. bis zum 20.  Jahrhundert, und das Theatermuseum zeigt mit einem funktionstüchtigen Modell die Technik des Schlosstheaters. Die weitläufigen Parkanlagen um das Residenzschloss beheimaten die jährlich neu gestaltete Gartenschau „Blühendes  Barock“ mit dem bei Kindern sehr beliebten Märchengarten.

Ein weiteres Schloss in Ludwigsburg ist neben dem Schloss Favorite mit seiner barocken Fassade auch das Seeschloss Monrepos, ein Rokoko-Meisterwerk mit Empire-Interieur. Parallel zum Residenzschloss ließ  Eberhard Ludwig die nach ihm benannte Stadt erbauen. Im Zentrum liegt der große, rechteckige Marktplatz, umstanden von zwei Kirchen und regelmäßigen Arkadenhäusern.

Während der Blütezeit als Residenz besuchten bedeutendende Persönlichkeiten die Stadt, die sich anfangs weltoffen und den schönen Künsten zugetan zeigte. Sie zog Schiller, Goethe, Mozart und andere Größen ihrer Zeit an. Auch wurden in Ludwigsburg die Dichter Justinus Kerner und Eduard Mörike sowie der Schriftsteller und Ästhetiker Friedrich Theodor Vischer und der Theologe und Literat David Friedrich Strauß geboren. Schiller kam übrigens wenige Kilometer neckarabwärts in  Marbach am 10. November 1759 zur  Welt. Vom Neckartal aus sind die Mauern der Stadt, vor allem aber das von einer Kuppel gekrönte Schiller-Nationalmuseum und Deutsche Literaturarchiv zu erkennen, das sich den Geistesgrößen Deutschlands widmet. 

Um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten, nutzen wir Cookies und weitere anonyme Webanalysetechniken. Wenn Sie auf unserer Website weitersurfen, stimmen Sie dem zu. Mehr erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.