Trier bei einer Flusskreuzfahrt

Die meisten der rund 250.000 jährlichen Besucher von Trier (106.000 Einwohner) kommen, um das zweite Rom zu entdecken, wie Trier auch genannt wird. Denn die 17 v. Chr. gegründete und damit älteste Stadt Deutschlands erlebte schon bald eine erste Blütezeit und wurde 269  n. Ch. Hauptstadt eines kurzzeitigen  römischen Gegenreichs. Aber nicht nur römische Kaiser, auch Bischöfe, Kurfürsten und selbstbewusste Bürger haben hier Geschichte geschrieben, von der Baudenkmale und Kunstschätze von Weltrang zeugen. Kein Wunder, ist Trier als Weltkulturgut von der UNESCO anerkannt worden. 

 

 

Flussreisen nach Trier

Von 306 bis 316 kämpfte Kaiser Konstantin von Trier aus um die Alleinherrschaft im Römischen Reich; in dieser Zeit entstand die Konstantinbasilika. Im Hochmittelalter wurde Trier zur „Civitas sancta“, zur heiligen Stadt: die Zahl der Kirchen, Klöster und Stifte war schier unübersehbar. 1797 kam Trier wie das  gesamte linksrheinische Deutschland zum französischen Staatsgebiet und fiel 1814 an Preußen. Seit 1946 gehört die Stadt zum neuen Bundesland Rheinland- Pfalz.

Eindrucksvollster Auftakt für eine Tour durch das römische Trier ist die wuchtige, monumentale Porta Nigra. Kein anderes Stadttor in der gesamten römischen Welt ist nach mehr als 2.000 Jahren in seinem  Urzustand derart gut erhalten. Das hat seinen Grund darin, dass sich der Mönch Simeon 1030 im Ostturm einschließen ließ, um sein Leben in Einsamkeit und Askese zu beschließen. Nach seinem Tod 1035 und der sofortigen Heiligsprechung wurde die Porta Nigra ihm zu Ehren in eine Kirche umgewandelt. Die gewaltigen  Ausmaße des „Schwarzen Tores“  erspürt man erst richtig beim Aufsteigen in die oberen Stockwerke, was außerdem noch einen schönen Blick über die Stadt  beschert. 

Römisches Luxusleben kann man sich mit etwas Fantasie in den Kaiser- und Barbarathermen vorstellen, wo die Schönen und die Reichen in erlesenem Ambiente schwitzten, sich mit Gymnastik und Massagen fit trimmten und sich anschließend bei Wein und edlen Speisen entspannten. Vorstellungskraft ist auch beim ovalen Amphitheater gefragt, in dem sich 20.000 Zuschauer bei Gladiatorenkämpfen, Tierhatzen und  anderen blutrünstigen Belustigungen vergnügten.

Die Konstantinbasilika  – der Thronsaal Kaiser Konstantins – ist der größte Einzelraum, der aus der Antike überlebt hat. Die Ausmaße verblüffen selbst heute noch: 27 Meter breit, 33  Meter hoch und 67 Meter lang, mit der vorgelagerten Eingangshalle sogar 75 Meter lang. Das römische Gebäude  war mit Marmor, Mosaiken und Statuen geschmückt und durch den Marmorfußboden heizbar. 

Nicht weniger eindrucksvoll ist der Trierer Dom, die älteste Bischofskirche Deutschlands. Diese zu damaliger Zeit größte christliche Kirchenanlage wurde ab dem frühen 4. Jahrhundert über einer ehemaligen konstantinischen Palastanlage erbaut. Sie bestand aus vier Basiliken, die durch ein großes Taufbecken  miteinander verbunden waren. Der heutige Dom enthält noch den römischen Kernbau mit Originalmauern  bis zu einer Höhe von 25 Metern. Der Domschatz beeindruckt durch liturgische Geräte aus vielen Jahrhunderten. 

In der Heilig-  Rock-Kapelle wird die bedeutendste Reliquie aufbewahrt: der Heilige Rock, den der Legende nach Kaiser Konstantins Mutter Helena von einer Pilgerreise aus dem Heiligen Land mitgebracht haben soll. In schönster Gotik ragt neben dem Dom die Liebfrauenkirche auf. Diese früheste gotische Kirche in Deutschland wurde im 13. Jahrhundert auf den Resten der niedergelegten antiken Südbasilika erbaut. Eine Besonderheit ist der kreuzförmige Grundriss mit Kapellen in den Kreuzarmen. 

Um den Hauptmarkt – seit über 1.000 Jahren die gute Stube der Stadt – reihen sich Bauten aus verschiedenen Epochen zu einem reizvollen Ensemble. Eines der interessantesten Gebäude ist die „Steipe“  von 1493, ein zinnenbewehrtes und mit Wächterfiguren geschmücktes Fest- und Trinkhaus des Rates. Eindrucksvoll auch das Rote Haus mit einer Inschrift, nach der Trier 1.300 Jahre älter sei als Rom. Der Marktbrunnen von 1595 zeigt den Hl. Petrus, Schutzpatron sowohl des Doms als auch der Stadt.

Etwas versteckt  hinter den Häusern des Hauptmarktes liegt die Markt- und Bürgerkirche St. Gangolf aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die beiden obersten Stockwerke des 62 Meter hohen Turms wurden von der Bürgermeisterwitwe Adelheid von Besselich gestiftet, um den nahen Dom zu überragen. Doch dessen Türme wurden daraufhin wenige Jahre später ebenfalls aufgestockt.

Neben seiner historischen Bedeutung mit Bauwerken aus über zwei Jahrtausenden zeigt sich Trier als Universitätsstadt auch ausgesprochen quirlig mit einer bunten Gastronomie-, Weinstuben- und Kneipenszene. Denn neben den alten Römern, Kaisern und Bischöfen und so manchem Superlativ kann die Stadt auch noch mit dem frischen, fruchtigen Rebensaft punkten, der an den sanften Hängen der Mosel  rund um Trier wächst. Mit Weinbeizen, die auch deftige moselländische Kost anbieten und mit Probierstuben, in  denen man sich durch die ganze Palette der Weinlagen kosten kann, ist die alte  Domstadt reichlich gesegnet.

Und mit Museen. Um die Römer dreht sich alles im Rheinischen Landesmuseum mit seinen herrlichen Mosaiken. Gold und Edelsteine blinken in der Domschatzkammer, Glanzlichter im Bischöflichen Museum stellen die Wandmalereien aus dem konstantinischen Kaiserpalast dar, Kunst- und Stadtgeschichte zeigen die Bestände des Museums Simeonstift. Und an der Brückenstraße,wo Karl Marx (1818-1883) in einem der schönsten Bürgerhäuser Triers das Licht der Welt erblickte, dokumentiert eine Dauerausstellung Leben, Werk und Wirkung, philosophische und ökonomische Ideen dieses Ideologen des Sozialismus.