Die Mosel

Die Mosel ist mit ihren 544 km Länge nach der Maas der zweitgrößte Nebenfluss des Rheins. Sie entspringt in den südlichen Vogesen in Frankreich in 715 Meter Meereshöhe und schlängelt sich in nördlicher Richtung durch Lothringen. Um Nancy macht sie einen großen Bogen, fließt dann durch Metz und erreicht bei Schengen das französisch-deutsch-luxemburgische Dreiländereck. Dort beschlossen 1985 auf einem Moselschiff die Staatschefs von fünf EU-Mitgliedsstaaten den Abbau der Grenzkontrollen und den freien Personen- und Warenverkehr.

Auf etwa 40 km Länge bildet die Mosel nun die Grenze zwischen Luxemburg und der Bundesrepublik, bis sie an der Einmündung der Sauer bei Wasserbillig ganz auf deutsches Gebiet einfließt und sich nun in nordöstliche Richtung wendet. Bei Konz mündet von Süden her die Saar in die Mosel, kurz darauf folgt Trier. Nun beginnt der landschaftlich eindrucksvollste Abschnitt des Flusses – der Durchbruch durch das Rheinische Schiefergebirge.

Wie auch der Rhein windet sich die Mosel in engen Schlingen zwischen den vielfach weinbewachsenen Steilhängen des Hunsrücks im Süden und der Eifel im Norden hindurch. Sie gehören zum Weinbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer, dem fünftgrößten in Deutschland mit den meisten Steillagen aller 13 deutschen Weinregionen. Romantische Weinstädtchen zwängen sich an die Ufer, beispielsweise Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Zell oder Cochem.

Flussreisen auf der Mosel

Bei der Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz ist die Mosel noch 60 Meter über dem Meeresspiegel und damit 655 Meter tiefer als an der Quelle. Insgesamt ermöglichen 27 Staustufen die Schifffahrt auf der Mosel. Die Orte an der Mosel haben immer wieder unter Überschwemmungen zu leiden. Lang anhaltende Regenfälle in den großflächigen Einzugsgebieten der Moselzuflüsse, vor allem der Saar und der aus Luxemburg kommenden Sauer, führen schon dort zu Hochwasser. Und seit dem Ausbau der Saar für die Schifffahrt Ende des 20. Jahrhunderts kommt das Hochwasser noch schneller als früher zur Mosel. Wenn es dann auch noch in der Eifel und im Hunsrück heftig regnet – was häufig der Fall ist – steigt die Mosel rasch um viele Meter an und überflutet die Orte am Ufer manchmal viele Tage lang.