Beaujolais – Reisetipps für das Weinanbaugebiet

Das bekannte Weinanbaugebiet des Beaujolais erstreckt sich über die sanften Hügel westlich des Flusses Saône. Südlich wird das Gebiet von der Stadt Lyon, nördlich vom großen Nachbarn Burgund begrenzt.

Geografisch sind die Lagen zwar ein Teil vom Burgund, aber aufgrund der völlig anderen Charakteristik der Weine bildet das Beaujolais eine eigene Weinregion. Das Gebiet nimmt eine Länge von rund 55 Kilometern und einer Breite von bis zu 15 Kilometern ein. Erzeugt werden auf insgesamt 23.000 Hektar rund 1,4 Millionen Hektoliter Wein – davon wird fast die Hälfte als Beaujolais Primeur oder Beaujolais Nouveau vermarktet.

Auch wenn kleine Mengen an Weiß- und Roséweinen erzeugt werden, ist die Region jedoch für ihre vielfältigen Rotweine bekannt, die zu über 95 Prozent aus den Trauben des frühreifenden Gamay gekeltert werden. Auf den Granitböden seines Stammlandes bringt der Gamay seine besten, frisch und lebhaft schmeckenden Weine hervor, häufig von schöner, violetter Farbe.

Beaujolais bei einer Saône-Flusskreuzfahrt entdecken

Trotz der für französische Verhältnisse ungewöhnlichen Spezialisierung auf eine Rebsorte überrascht das Beaujolais mit einer Vielzahl recht unterschiedlicher Weine. Für die Herstellung werden die Gamaytrauben sorgfältig von Hand gelesen. Ihre Schale sollte möglichst unversehrt sein, denn vor der Gärung werden sie nicht wie normale Rotweintrauben gepresst, sondern das Lesegut wird im Ganzen in einen Gärtank gefüllt. Dort platzen die Beeren nach und nach auf und beginnen ihren Gärungsprozess. Erst dann werden sie vorsichtig gepresst, um als Most noch einige Zeit im Edelstahltank oder zum kleinen Teil im Holzfass weiter zu gären.

Die roten Beaujolais-Weine sind leichter als die meisten anderen Rotweine und daher gekühlt ein besonderer Genuss. Das macht sie zu einem geschätzten Begleiter durch das ganze Jahr. Es gibt zwölf Beaujolais-Appellationen. Von diesen Weinen mit geschützter Herkunftsbezeichnung sind zehn als „Crus“ klassifiziert. Diese eleganten und gehaltvollen roten Spitzenweine gelten als die berühmtesten Weine der Region. Jede der Prädikatslagen wie Moulin-à-Vent, Brouilly, Fleurie oder Saint-Amour ist aufgrund ihrer speziellen Böden und klimatischen Besonderheiten einzigartig.

Hervorragende Weine und romantische Winzerdörfer

Großer Beliebtheit erfreuen sich die „Beaujolais-Villages“, die mit ihren 38 Winzerdörfern das Herz der Beaujolais-Region bilden. Die „Appellation Beaujolais Villages“ lässt sich in drei geografische Gebiete unterteilen, die Weine mit unterschiedlichem Charakter hervorbringen. Auf den Böden im südlichen Gebiet in der Nähe der Hügellandschaft Haute Azergues wachsen sehr fruchtige Weine. Im mittleren Gebiet werden Weine mit mehr Struktur erzeugt, und das nördliche Gebiet ist für seine körperreichen Weine bekannt. Die Beaujolais Villages gibt es auch in weiß und rosé. Sie werden am nördlichen Rand des Gebiets in der Nähe des Mâconnais angebaut.

Wenn es einmal im Jahr heißt „Le Beaujolais Nouveau est arrivé“, wird nicht nur in Frankreich, sondern in der halben Welt die Ankunft des neuen, auch „Beaujolais Primeur“ genannten Weines heiß erwartet. Traditionell dürfen die Flaschen mit dem neuen Jahrgang ab dem dritten Donnerstag im November verkauft werden. Der junge, unkomplizierte, leichte Wein hat schon lange Kultstatus, gilt er doch als fröhlicher Nachgeschmack des vergangenen Sommers. Das ist ein Grund zum Feiern. Fünf Tage lang dreht sich dann im Beaujolais mit Feinschmecker-Märkten und Festen alles um den Beaujolais Nouveau.

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