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Flusskreuzfahrt Wien

Wien Flusskreuzfahrt

Jahrhunderte lang war Wien Zentrum der europäischen Großmacht des Habsburgerreichs, heute liegt die österreichische Metropole (1,75 Mio. Einwohner) geografisch am Rand des Landes. Dennoch entdecken Sie bei einer Flusskreuzfahrt in Wien, dass sich die Stadt eine gewaltige Zentralfunktion erhalten hat – als Mittelpunkt von Eleganz, Gemütlichkeit und eines weltweit beachteten Theaterund Musiklebens mit glanzvollen Bällen und berühmten Operettenaufführungen. Daher ist Wien auch ein besonderes Highlight einer Donaukreuzfahrt.

Doch begonnen hat die Geschichte Wiens wie auch anderswo so oft mit den Römern. Diese legten im ersten Jh. n. Chr. zum Schutz der Grenzen ihres Reichs hier das Legionslager Vindobona an, um das sich bald eine blühende Wirtschaftsregion mit über 30.000 Menschen entwickelte. Vor dem Jahr 900 entstanden bayerische Siedlungen, der Name „Wenia“ taucht erstmals 881 auf. Im 10. Jh. gab es unter den Babenberger Herzögen einen Aufschwung. Im 12. Jh. verlegten die österreichischen Markgrafen, damals auch Herzöge von Bayern, ihre Residenz nach Wien, und das Bistum Passau gründete als Tochterkirche des Passauer Doms die St. Stephans Kathedrale - auch heute noch eine besondere Sehenswürdigkeit bei einer Flussreise nach Wien.

1221 wurde die Ansiedlung zur Stadt erhoben. Nach ihrem Sieg über König Ottokar von Böhmen übernahmen 1276 die Habsburger Wien und Teile des heutigen Österreichs. Das nach ihrer Stammburg im schweizerischen Kanton Aargau genannte Geschlecht spielte bis 1918 eine entscheidende Rolle in Europa. Von den zahlreichen Prachtbauten in gotischem Stil aus dem 14. Jh. blieben einige Kirchen erhalten, allen voran der als erzbischöfliche Kathedrale erbaute Stephansdom sowie die Kirche Maria am Gestade am einstigen Hochufer der Donau.

Flusskreuzfahrten in Wien

Nach einer ersten, erfolgreich abgewehrten Belagerung durch die Osmanen im 16. Jh. wurden rund um die Stadt mächtige Mauern und Bastionen erbaut. 1683 versuchten die Türken erneut, Wien zu erobern. Die Stadt entging nur knapp einer Katastrophe, erlebte danach einen erneuten Aufschwung und wurde europäische Kaiserstadt. Ein gewaltiger Bauboom setzte ein; in- und außerhalb der Kernstadt entstanden bis ins 18. Jh. die prächtigen Barockbauten, die Sie bis heute bei einer Flusskreuzfahrt in Wien entdecken. Dazu gehören nicht nur das von Kaiserin Maria Theresia neu gestaltete Schloss Schönbrunn, sondern auch Teile der Hofburg, Schloss Belvedere, die Karls- und die Peterskirche sowie die Spanische Hofreitschule und das Winterpalais von Prinz Eugen.

Auch kulturell erlebte Wien ab dem 18. Jh. eine Hochblüte. Die Stadt wurde zunehmend zum Mekka der europäischen Musik und zog die bedeutendsten Komponisten an, darunter Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven. Daneben nahm auch die Beliebtheit von Tanzveranstaltungen zu. Ab 1764 fanden bürgerliche Bälle statt; 460 Tanzsäle sollen dafür in Wien und den Vorstädten zur Verfügung gestanden haben. Joseph Lanner und die Strauss-Dynastie machten im 19. Jh. den Walzer populär, gleichzeitig setzte sich mit den Werken von Franz von Suppé die Wiener Operette durch.

Zudem avancierte Wien zur Theaterstadt von internationalem Rang mit Dichtern wie Johann Nestroy, Ferdinand Raimund, Franz Grillparzer oder Eduard von Bauernfeld. Das Burgtheater wurde zur führenden europäischen Bühne. Nachdem Napoleon Europa mit mehreren Kriegen überzogen hatte und 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagen worden war, beriefen die europäischen Fürsten und Staatsmänner im September 1814 den Wiener Kongress ein, der die Neuordnung Europas festlegte. Er dauerte unter Vorsitz des österreichischen Staatskanzlers Fürst Metternich bis Juni 1815.

Auch danach blieb Wien für Jahrzehnte ein Mittelpunkt der europäischen Politik. Doch noch immer war Wien in einem engen Korsett der Stadtbefestigungen eingezwängt. 1857 schließlich beschloss Kaiser Franz Joseph, diese abzubrechen. Zusammen mit den militärischen Freiflächen wurde so in einem breiten Gürtel rings um die Innenstadt wertvolles Bauland frei: die Ringstraße entstand. An dieser Prachtstraße wurden im Baustil des Historismus zahlreiche repräsentative Gebäude hochgezogen, Ministerien, Museen, die Hof- bzw. heutige Staatsoper, das Reichsratsgebäude – Sitz des österreichischen Parlaments –, die neue Universität und viele mehr. 1872- 1883 folgte dann auch das neugotische Rathaus mit mehreren Innenhöfen und einem 98 Meter hohen Turm, Hauptsitz der städtischen Verwaltung. Die berühmte Ringstraße stellt auch noch heute einen besonderen Höhepunkt einer Flusskreuzfahrt in Wien dar.

Ein weiteres Großprojekt war die Donauregulierung 1869-1875. Der Fluss hatte im Wiener Raum ein weit verzweigtes System von verschiedenen Wasserläufen gebildet. Schiffe konnten über einen Flussarm von Norden her die Innenstadt erreichen. Nun wurde ein völlig neues Flussbett gegraben, von dem der Stadtarm als regulierter Donaukanal abzweigt. Die Schifffahrt verlief fortan über den Hauptstrom und kam nicht mehr unmittelbar an die Stadt heran.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Monarchie im Spätherbst 1918 war die frühere Reichshaupt- und Residenzstadt der Habsburger zur Hauptstadt eines Kleinstaates geworden. Denn im Friedensvertrag von Saint-Germain (bei Paris) wurde Ungarn mit Teilen des heutigen Rumänien (Siebenbürgen), Böhmen, die Slowakei, Galizien, Slowenien, Kroatien, Südtirol und weitere Gebiete von der einstigen K. & K. Donaumonarchie abgetrennt. Am 13. März 1938 erfolgte der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Wien schwere Schäden, mehr als 20 Prozent des Hausbestandes sowie zahlreiche Brücken wurden zerstört. Nach Kriegsende besetzten die Alliierten die Stadt und teilten sie wie ganz Österreich in vier Sektoren auf, wobei sich die Sowjetische Besatzungszone – ähnlich wie in Deutschland – mehr und mehr vom übrigen Land absonderte. 1955 schlossen die österreichische Bundesregierung und die vier Besatzungsmächte einen Staatsvertrag zur Wiederherstellung eines unabhängigen Österreichs. Ab den 1950er Jahren gewann Wien im Rahmen der Vereinten Nationen an Bedeutung.

Die 1957 gegründete Internationale Atomenergiekommission (IAEO) wurde ebenso in Wien angesiedelt wie die Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC), die für 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion verantwortlich ist. Auch die 1966 gegründete Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) ist hier beheimatet. In den 1970er-Jahren entstand die UNO-City am nördlichen Donauufer. Mit ihrer Eröffnung im Jahr 1979 und dem Internationalen Konferenzzentrum wurde Wien nach New York und Genf zur dritten UNO-Stadt.

Wien ist in 23 Bezirke eingeteilt. Um den I. Bezirk innerhalb der Ringstraße ziehen sich im Uhrzeigersinn die Innenstadtbezirke II bis IX. Die wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten befinden sich im I. Bezirk. Im Zentrum erhebt sich der Stephansdom, das Wahrzeichen Wiens und bedeutendste gotische Bauwerk Österreichs, an dem ab 1304 zwei Jahrhunderte lang gebaut wurde. Im Nordturm hängt die größte Glocke des Landes, die „Pummerin“ die 1683 aus erbeuteten türkischen Kanonen gegossen wurde und zu bestimmten Anlässen, etwa an Silvester, geläutet wird. Der 137 Meter hohe Südturm, der über 343 Stufen bestiegen werden kann und einen prachtvollen Blick auf die Stadt bietet, wird liebevoll „Steffl“ genannt. Auch das mit bunten, glänzenden Ziegeln gedeckte steile Dach ist höchst eindrucksvoll.

Vom Stephansplatz führt die Kärntner Straße, die bedeutendste Einkaufsstraße der Stadt, zur Staatsoper, Schauplatz des berühmten Opernballs. Ein weiterer Höhepunkt ist die Alte und Neue Hofburg mit einem mittelalterlichen Kern aus dem 13. Jh. und Teilen in Barock, Renaissance und Klassizismus, die bis 1913 immer wieder erweitert und umgebaut wurden. Hier residierten sechs Jahrhunderte lang die Habsburger. In dem Gewirr an Gebäuden mit 18 Trakten, 19 Höfen und 2.600 Räumen befinden sich neben Kaiserappartements, Schatzkammer und weiteren Schauräumen auch die Nationalbibliothek, die Albertina mit Meisterwerken von Dürer, Rubens, Raffael und Rembrandt sowie bedeutenden grafischen Sammlungen, außerdem die Spanische Reitschule und verschiedene Museen.

Jenseits des Burgtors erheben sich am Ring das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum. Um auch nur einen Teil von Wiens Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen, sind mehrere Tage erforderlich.

Ein weiteres Wahrzeichen Wiens ist das 1896 erbaute Riesenrad im Prater, einer ausgedehnten Parkanlage mit Spiel- und Sportplätzen. Rennbahn und dem Wiener Messegelände. Bis 65 Meter über das Gelände erheben sich die Gondeln des Rieserads und bieten einen grandiosen Blick über den Prater sowie die Türme, Kuppeln und Dächer des etwas entfernter liegenden Stadtkerns.

Etwas außerhalb liegt Österreichs meistbesuchte Sehenswürdigkeit, das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn, ein barockes Gesamtkunstwerk aus Schloss und Gartenanlage. Es präsentiert sich weitgehend im historischen Originalzustand. Ende des 17. Jahrhunderts beauftragte Kaiser Leopold I. den Barockarchitekten Bernhard Fischer von Erlach mit dem Bau des prachtvollen Repräsentationsbaus an der Stelle eines Jagdschlosses von 1643. Doch erst unter Maria Theresia (1717-1780) wurde Schloss Schönbrunn als imperiale Sommerresidenz zum glanzvollen Mittelpunkt höfischen Lebens mit der bis heute beeindruckenden Architektur und erlesen ausgestatteten Prunkräumen.