Der Rhein – der deutsche „Weinäquator“

„Warum ist es am Rhein so schön...?“ Einer der Gründe dürfte der süffige Rebensaft sein, der den Rhein praktisch zum deutschen „Weinäquator“ macht. Schon die Kelten kannten Wein, doch erst die Römer brachten in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten die Reben über die Alpen.

Die klimatischen und geologischen Verhältnisse begünstigten in vielen Regionen entlang des Rheins den Weinbau, der im Mittelalter vor allem von Klöstern betrieben wurde. Deutscher Wein unterscheidet sich von dem aus anderen Ländern durch seine Leichtigkeit, Spritzigkeit und Fruchtigkeit, was auf die besonderen Klima- und Bodenverhältnisse zurückzuführen ist.

Rheinkreuzfahrten von nicko cruises

Mehrere der 13 deutschen Anbaugebiete liegen rechts und links des Rheins. Das mit 16.000 Hektar Rebfläche drittgrößte Weinbaugebiet Baden erstreckt sich in Süd-Nord-Richtung über eine Länge von etwa 400 Kilometern. Es beginnt schon am Bodensee, durch den der Rhein fließt. Das Markgräflerland, das hügelige Vorland des Schwarzwaldes an der Grenze zur Schweiz, pflegt die Weißweinspezialität Gutedel. Am Kaiserstuhl und am Tuniberg wachsen vornehmlich rote und weiße Burgunder, in der Ortenau in der Mitte Badens vor allem Spätburgunder und Riesling.

Auf der anderen Seite der Oberrheinischen Tiefebene entlang der Elsässischen Weinstraße werden überwiegend Weißweine aus den Rebsorten Riesling, Gewürztraminer, Pinot Blanc und Muscat angebaut. Entlang der Badischen Bergstraße im Kraichgau gedeihen Müller-Thurgau und Ruländer sowie kräftige Rotweine wie Spätburgunder und Portugieser. An der Hessischen Bergstraße entlang des Odenwaldes dominieren vor allem Riesling, ergänzt durch Rivaner, Grauburgunder, Silvaner, Kerner und Weißburgunder.

Westlich des Rheins, wo die Deutsche Weinstraße dem Pfälzer Wald entlang führt, erstreckt sich das mit mehr als 23.000 Hektar Rebfläche zweitgrößte deutsche Weinbaugebiet Pfalz. Es wurde wie die badischen Weinregionen schon von den Römern gegründet. Hier liegt das Hauptaugenmerk der Winzer auf Riesling, aber auch Silvaner, Müller-Thurgau, Scheurebe, Gewürztraminer, Kerner und Morio-Muskat gedeihen in der Pfalz.

Immer wichtiger werden auch die Rotweine, spritzig-frische Weißherbste von der Portugieser-Rebe sowie fruchtige Spätburgunder. Auch werden zunehmend der tief dunkle Dornfelder sowie die Rotweinsorte Regent angebaut. Im Norden der Pfalz schließt sich Rheinhessen an, mit 26.000 Hektar Rebfläche Deutschlands größtes Weinanbaugebiet. Von hier stammt die älteste Urkunde über eine deutsche Weinlage.

Aus Rheinhessen kommen Riesling und die Traditionsrebe Silvaner, daneben der weiße Burgunder sowie zunehmend auch Rotweinsorten. Das Weinbaugebiet Rheingau erstreckt sich an den Südhängen des Rheingau-Gebirges, einen von Ost nach West verlaufenden Taunus-Ausläufer. Hier ist Rüdesheim der bekannteste Weinort. Auf 2.500 der insgesamt 3.100 Hektar dieses kleinen Gebiets wächst der Rheingauer Riesling, dessen Spätlesen zu den Spitzenweinen der Region gehören.

Auch am Mittelrhein gedeiht Wein. Doch so eindrucksvoll die Landschaft zwischen Bingen und Koblenz auch ist – den Weinbau können die Winzer hier fast ausschließlich auf terrassierten Steillagen betreiben. So ist die Anbaufläche auf etwa 460 Hektar zurückgegangen. Vor allem der Riesling findet hier ideale Wachstumsbedingungen. Daneben gedeihen noch Müller-Thurgau, Kerner und Burgunder. Weitere Weinanbaugebiete befinden sich auch in den westlichen Seitentälern des Rheins: an Mosel und Ahr.