Flusskreuzfahrt Mainz

Mainz Flusskreuzfahrt

Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz (206.000 Einwohner) wurde nach keltischer und römischer Besiedelung schon 782 zum Erzbistum erhoben. Die Lage am Schnittpunkt alter Völkerstraßen ließ Mainz mit dem Wirken des Heiligen Bonifatius ab 746/47 zum kirchlichen Zentrum nördlich der Alpen aufsteigen.

Von 1244 bis 1462 „Freie Stadt“ mit besonderen Privilegien, war Mainz danach bis 1806 Kurfürstliche  Residenz. Bekanntester Sohn der Stadt ist der um 1400 in Mainz geborene Johannes Gutenberg, der in Straßburg den Buchdruck erfand und ab 1440 in Mainz eine Druckereiwerkstatt betrieb. Sein Denkmal am Gutenberg-Platz wurde 1837 von dem Künstler Bertel Thorvaldsen geschaffen.

1806 kam Mainz zum Großherzogtum Hessen, nach dem Zweiten Weltkrieg ordneten die  Besatzungsmächte die Region neu und machten aus den linksrheinischen Gebieten das Bundesland Rheinland-Pfalz und Mainz zur Landeshauptstadt. Der gewaltige Dom mit seinen sechs Türmen prägt bis heute das Gesicht der Stadt und begrüßt Sie bei einer Rheinkreuzfahrt in Mainz.

Flussreisen nach Mainz

Erzbischof Willigis, zugleich Erzkanzler des Deutschen Reiches, legte 975 den Grundstein nach dem Vorbild  von St. Peter in Rom. Mit drei Schiffen, zwei Chören und zahlreichen Kapellenanbauten wuchs das Bauwerk im Lauf der Jahrhunderte zu einem „Domgebirge“ aus rotem Sandstein. Noch immer wird der Dom durch eine fast vollständige Umbauung eingefasst. Ältester Teil ist der Ostchor mit über zwei Meter dicken  Mauern. Der spätromanische Westchor entstand zwischen 1200 und 1239. Sein Vierungsturm erhielt im 15. Jahrhundert eine gotische Glockenstube. Auch der zweigeschossige Kreuzgang entstand im 15. Jahrhundert; in den angegliederten Stiftsgebäuden lebten früher die Domherren.

Heute ist dort das  Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum untergebracht. Das geschnitzte Rokoko-Chorgestühl stammt von 1767. Sieben Könige wurden im Lauf der Jahrhunderte im Mainzer Dom gekrönt. Von den 84 nach Bonifatius regierenden Bischöfen und Erzbischöfen sind 45 im Dom bestattet, ihre und weitere Grabdenkmäler aus dem 11. bis 20. Jahrhundert schmücken die Pfeiler und Wände der Kirche und des  Kreuzgangs. 

Als repräsentatives Gegengewicht zum Dom ragt die 80 Meter hohe Kuppel der Christuskirche architektonisch aus dem Ensemble der Kirchtürme der Innenstadt heraus. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts an dem damals angelegten Pracht Boulevard der Kaiserstraße im Stil der italienischen Hochrenaissance erbaut. Heute finden in der Christuskirche nicht nur Gottesdienste, sondern auch verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte statt.

Die verwinkelten Gassen der historischen Altstadt im Schatten des Mainzer Doms tragen kuriose Namen wie Nasengässchen, Heringsbrunnengasse oder Leichhof. Die einfühlsam restaurierten Häuserfassaden und die prächtigen Barockkirchen zeugen von der reichen Mainzer Stadtgeschichte. Flaniermeile der Altstadt ist die malerische Augustinerstraße,  bis ins 17. Jahrhundert Hauptgeschäftsstraße der Stadt. Heute entdecken Sie hier in typischer Atmosphäre kleine Geschäfte und Boutiquen, Cafés, Pubs, Restaurants und Weinhäuser bei einer Flusskreuzfahrt in Mainz.

Zu den schönsten Plätzen in Mainz zählt der Kirschgarten mit romantischen Fachwerkhäusern und dem Marienbrunnen. Das ehemalige Kurfürstliche Schloss, ein eindrucksvolles, 1782 fertig gestelltes  frühbarockes Baudenkmal, diente nur kurze Zeit seiner herrschaftlichen Bestimmung. Nach dem Untergang  des Kurfürstentums 1806 wurde es als Kaserne, Lazarett, Zollmagazin und Stadtbibliothek genutzt. Das im Zweiten Weltkrieg ausgebrannte Gebäude wurde ab 1948 wieder aufgebaut. Bekannt ist es auch von den Übertragungen der Karnevalssendung „Mainz bleibt Mainz“ im ZDF, das seinen Sitz auf dem Lerchenberg  über der Stadt hat. Das Schloss bildet mit einer Länge von 75 Metern zusammen mit dem barocken ehemaligen Deutschordenshaus, dem heutigen rheinland-pfälzischen Landtag, und dem Neuen Zeughaus das eindrucksvolle Ensemble an der Rheinfront. 

Auf der höchsten Erhebung der Stadt wurde 990 die Kirche St. Stephan gegründet und später zur gotischen  Hallenkirche mit achteckigem Glockenturm umgebaut. Sie wurde zu einem Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt, weil Marc Chagall ab 1978 im Chor die „Mystik des blauen Lichts“ schuf. Er verstand die blau leuchtenden Glasfenster, die er großenteils persönlich mit biblischen Motiven bemalte, als Beitrag zur deutsch-jüdischen Aussöhnung.