Straße der Abteien - Ein Stück französische Geschichte

Von 1682 bis zur Französischen Revolution 1789 residierten die französischen Könige und Regierungen in Versailles. Das Schloss wurde während der Revolution zwar geplündert, aber nicht zerstört und ab dem späten 18. Jahrhundert wieder in altem Glanz ausgestattet. Seither wird es als Museum genutzt und gehört zu den meistbesuchten Schlössern in Frankreich.Im Gebiet des Seine-Unterlaufs entstanden in der Frühzeit des Christentums und im Mittelalter mehrere Klöster, die sich zur knapp 100 Kilometer langen touristischen „La Route des Abbayes normandes“, der „Straße der Abteien“, zusammengeschlossen haben.

Zum Beispiel das im 7. Jahrhundert von dem Heiligen Wandrille gegründete Kloster St.-Wandrille, das sich im Lauf der Zeit zur ausgedehnten Benediktinerabtei entwickelte und ab dem 11. Jahrhundert zu einem kulturellen Mittelpunkt der Normandie wurde. Von der einstigen Abteikirche sind nur noch Ruinen erhalten, dagegen können die Kapelle Saint-Saturnin aus dem 11. und der Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert besichtigt werden.

In der Französischen Revolution aufgelöst und später als Spinnerei und dann als Adelssitz genutzt, wurde das Kloster 1862 als historisches Monument unter Denkmalschutz gestellt. 1895 kehrten wieder Mönche zurück und seit vielen Jahren erklingen während der Messen und zu besonderen Anlässen ihre gregorianischen Gesänge. Höchst stimmungsvoll ist auch die Atmosphäre um die Abtei.

Flussreisen in der Normandie

Die Abtei von Jumièges

In der Französischen Revolution aufgelöst und später als Spinnerei und dann als Adelssitz genutzt, wurde das Kloster 1862 als historisches Monument unter Denkmalschutz gestellt. 1895 kehrten wieder Mönche zurück und seit vielen Jahren erklingen während der Messen und zu besonderen Anlässen ihre gregorianischen Gesänge. Höchst stimmungsvoll ist auch die Atmosphäre um die Abtei.Die Abtei von Jumièges wurde ebenfalls bereits im 7. Jahrhundert gegründet. Im Jahr 654 begann Saint-Philibert, Höfling von König Dagobert I, über einer eindrucksvollen Seineschleife die später mächtige Anlage erbauen zu lassen. Die Benediktiner widmeten sich den Wissenschaften, auch ihre Barmherzigkeit brachte der Abtei großes Ansehen.

Im Lauf seiner dramatischen Geschichte wurde Jumièges unzählige Male beschädigt, seine hohe Silhouette prägt aber noch immer die Landschaft. Auch die Spuren des Klosters sind als Ruine noch immer ein beeindruckender Ort. Der Hauptbau aus dem 11. Jahrhundert besitzt mit 46 Metern Höhe die älteste Zweiturmfassade der Normandie. Stimmungsvoll umgibt der Park mitseinen über hundertjährigen Bäumen die Abtei, von der Victor Hugo als „schönste Ruine Frankreichs“ schwärmte.

Als besonders prächtiges Beispiel der romanisch-normannischen Architektur bildet die Abtei Saint-Georges-de-Boscherville einen weiteren Höhepunkt. Sie wurde auf dem Gelände eines römischen Tempels im 12. Jahrhundert erbaut und beeindruckt durch ihre klare Linienführung an der Fassade mit zwei spitzen Türmen, dem Tor und zwei darüber liegenden Fensterreihen. Ein mächtiger zentraler Turm überragt das Bauwerk. Im Inneren sehenswert sind die schön restaurierten Kapitelle sowie der mittelalterliche Kapitelsaal aus dem 12. Jahrhundert. Von den umgebenden, nach Plänen aus dem 17. Jahrhundert angelegten Gärten reicht der Blick über die gesamte Anlage, die weite, offene Landschaft und das untere Seinetal.