Flusskreuzfahrt zum Pont du Gard

Eines der meistbesuchten Ziele in Südfrankreich ist der Pont du Gard, das mit am besten erhaltene römische Aquädukt der Welt bei Nîmes. Es steht wie so vieles andere in dieser Region auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Auf drei Stockwerken mit 64 Rundbögen überspannt das fast 50 Meter hohe Meisterwerk antiker Baukunst den Fluss Gardon. Die Pont du Gard ist ein beliebtes Ausflugsziel bei zahlreichen Flusskreuzfahrten auf der Rhône.

Es wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut und war Teil einer Wasserleitung von der kräftig sprudelnden Quelle des Flüsschens Eure zur Stadt Nîmes. Da es damals jedoch noch keine Druckleitungen gab, um über Berg und Tal die Entfernung von nur 20 Kilometern zwischen der Quelle und der Stadt zu überwinden, war ein Kanal mit gleichmäßigem Gefälle nötig. Deshalb wurde die Wasserleitung in vielen Umwegen geführt und damit gut 50 Kilometer lang.

Flusskreuzfahrten auf der Rhône

Wichtigstes Bauwerk an der Strecke war die 275 Meter lange Brücke über die Gardonschlucht. In einem nahen Steinbruch wurden über 20.000 Kubikmeter Steine mit einem Gewicht von über 50.000 Tonnen abgebaut, auf Booten herangeschafft und mit Flaschenzügen hochgezogen. Die Gerüste dafür hat man an den heute noch gut sichtbaren, unregelmäßigen Steinvorsprüngen an den Mauern verankert. Die Baukunst der Römer war so ausgefeilt, dass die Brückenbögen dank des Gewichts der Steinblöcke bis in die oberste Etage noch heute ohne Mörtel halten.

In den folgenden Jahrhunderten nach dem Abzug der Römer wurde die Wasserleitung vernachlässigt und durch Ablagerungen in den oft unterirdischen Kanaltunneln allmählich unbrauchbar. Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert nutzte man den Pont du Gard dann noch als Straßenbrücke. Heute zieht das atemberaubende, zweitausendjährige Bauwerk Zehntausende Besucher an, die in einem Informationszentrum Wissenswertes erfahren und auch das Freilichtmuseum an der Brücke besuchen können. Der Pont du Gard war übrigens Vorbild für die stilisierte Bogenbrücke auf der Rückseite des Fünf-Euro-Scheins.