Guimarães - Entdecken Sie die "Wiege Portugals"

Rundreise Portugal

Die malerische, mittelalterlich geprägte Stadt Guimarães (160.000 Einwohner) nördlich von Porto zählt zu den attraktivsten historischen Reisezielen des Landes – gilt sie doch als „Wiege Portugals“ und ist deshalb völlig zu Recht Ausflugsziel bei Flusskreuzfahrten auf dem Douro von nicko cruises. Schon im 10. Jahrhundert war an dieser Stelle ein Kloster gegründet und eine Burg erbaut worden, obwohl die Mauren in jener Zeit große Teile des Landes besetzt hatten.

König Alfons VI. von Kastilien konnte das Gebiet zurückerobern und gab es Ritter Heinrich von Burgund (1069-1112) als Lehen. Dieser errichtete die Grafschaft Portucale und machte 1096 Guimarães zur Hauptstadt. In der Burg erblickte im Jahr 1110 Afonso Henriques das Licht der Welt – der spätere Nationalheld, der sich nach einer siegreichen Schlacht gegen die Mauren im Jahr 1139 zum König ausrufen ließ.

Guimarães wurde erste Hauptstadt des neuen Königreichs Portugal und damit die Wiege der Nation. Auch nachdem das größere und strategisch günstiger gelegene Lissabon 1256 zur Residenz aufstieg, entwickelte sich Guimarães weiter. 1420 entstand etwas unterhalb der alten Burg der Palast der Herzöge von Bragança, einer der prächtigsten Adelssitze Portugals.

Flussreisen in Portugal

Erleben Sie das UNESCO-Weltkulturerbe in Guimarães

Auch viele weitere, außergewöhnlich gut erhaltene Gebäude dokumentieren die Bedeutung der Stadt vom 15. bis zum 19. Jahrhundert. 2001 wurde die restaurierte Altstadt von Guimarães zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt, 2012 zur Europäischen Kulturhauptstadt. An der höchsten Stelle der Stadt erhebt sich in einem Park das nur teilweise erhaltene romanische Castello aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, in dem Afonso Henriques geboren wurde. Es ist heute zum Pflichtziel nahezu aller portugiesischen Schulklassen geworden. Mächtige Mauern und acht Türme umgeben die Anlage, in deren Zentrum der freistehende, kolossale Bergfried die Umgebung weit überragt. In den 1940er Jahren wurde das Castello von Grund auf renoviert, heute kann man die Anlage auf den Burgmauern umrunden.

Original erhalten ist etwas außerhalb der Burganlage die schlichte romanische Sao Miguel-Kapelle, in der Afonso Henriques getauft wurde. Am Eingang zum Park steht unübersehbar das Denkmal des kühn dreinblickenden Staatsgründers. Der nahe Palast der Herzöge von Bragança wurde ab 1420 in gotisch-normannischem Stil erbaut und gilt als eines der prächtigsten Herrenhäuser des Landes. Allerdings verfiel er im Lauf der Jahrhunderte so langsam, bis er in den 1930er Jahren unter Diktator Salazar restauriert und als pompöse Staatsresidenz hergerichtet wurde. Auf den Dächern fallen hohe, zylinderartige Kamine auf. Im Inneren des heutigen Museums wurden in den Rittersälen und Prachträumen flämische Gobelins, Bilder, Möbel und andere Einrichtungsgegenstände aus der Renaissancezeit zusammengetragen.

Mittelalterliche Altstadt mit Charme

Vom Herzogspalast führt die Rua St. Maria, eine der ältesten Straßen der Stadt, am barocken Kloster Santa Clara vorbei abwärts ins Zentrum. In den engen Straßen der gut erhaltenen und beispielhaft restaurierten mittelalterliche Altstadt fallen die verspielt wirkenden, niedrigen Häuser mit hölzernen Balkonen auf. Zum stimmungsvollen Ambiente tragen auch die meist gut frequentierten Straßenlokale auf den urbanen Plätzen bei.

Am malerischen Hauptplatz Largo da Oliveira (Ölbaumplatz) steht die Klosterkirche Nossa Senhora da Oliveira, gegründet vom ersten König Afonso Henriques. Sie wurde im 14. Jahrhundert weitgehend erneuert. Im romanischen Kreuzgang und im ehemaligen Kloster zeigt das Museo Alberto Sampaio sakrale Kunst aus den Kirchen der Region, Silberwaren, Skulpturen und Azulejo-Fliesen. Der massige Kirchturm von 1505 greift weit in den Platz hinein. Er ist verziert mit spitzen Zinnen und manuelinischem Schmuckwerk, einem nur in Portugal existierenden, reich verschnörkelten Architekturstil aus dem 16. Jahrhundert. Vor der Kirche beeindruckt eine zierliche quadratische Säulenhalle mit vier spitzen Giebeln, erbaut 1342 in gotischem Stil. Das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert mit Spitzbogenarkaden und Renaissancefenstern zeigt ebenfalls den nach König Manuel I. genannten manuelinischen Baustil.

Am Rand der historischen Kernstadt führt vom Platz Largo do Brasil eine breite, von Grünanlagen geschmückte Allee zur schlanken Barockkirche Igreja dos Santos-Passos von 1769, nach dem Stadtheiligen auch Igreja Sao Gualter genannt. Auch weitere Barockkirchen lohnen in Guimarães neben den mittelalterlichen Kirchen und Bauwerken von Gotik bis Renaissance einen Besuch. Der zwei Kilometer südöstlich der Stadt gelegene, 600 Meter hohe Aussichtsberg Penha ist mit einer Gondelbahn zu erreichen und bietet einen umfassenden Ausblick über die Wiege Portugals.