Pécs - Historische Stadt im Süden Ungarns

Die südungarische Stadt Pécs (160.000 Einwohner) am Fuß des Mecsec-Gebirges im Nationalpark Donau-Drau war schon immer ein städtebauliches Kleinod und ist ein Ausflugsziel bei einer Donaukreuzfahrt mit nicko cruises. Schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, von den Römern zu einer wichtigen Stadt gemacht, stiftete König Stephan I. 1009 dort einen Bischofssitz. Im Lauf der Zeit ließen sich mehrere Mönchsorden nieder. 1367 gründete König Ludwig der Große aus dem Haus Anjou hier Ungarns erste Universität.

Nach dem Ende der Türkenzeit, in der die ganze Region weitgehend entvölkert war, ließen sich deutsche Siedler nieder und gaben der Stadt den Namen „Fünfkirchen“. Bis heute lebt eine Minderheit der Donauschwaben in Pécs, das nach Abzug der Türken wiederaufgebaut wurde und eine neue Blütezeit erlebte. Und seit 2010, als Pécs Europäische Kulturhauptstadt war, strahlt die Stadt so prächtig wie wohl kaum jemals in ihrer Geschichte.

Reisetipps Pécs Südungarn

Immer eine Reise wert - Südliches Flair am Rande der Donau

Dank des trocken-heißen Klimas wirkt Pécs wie eine mediterrane Stadt. Vor allem die neu gestaltete Flaniermeile Kiraly zieht die Besucher an. Mit ihren Straßencafés, Boutiquen und Läden verlockt sie zum Bummel zwischen den Bauwerken der vielfältig gemischten Baustile. Ein Schmuckstück reiht sich an das andere, Jugendstilgebäude, das neobarocke Theater oder das Hotel Palatinus im Stil der Wiener Sezession, blumengeschmückte Balkone und überreich dekorierte Fassaden. Nicht nur beim alljährlichen Mediterran-Festival im Frühling strahlt der zentrale Széchenyi-Platz südliches Flair aus.

Aktuelle Angebote auf der Donau

Sehenswürdigkeiten in Pécs

  • Kathedrale St. Peter und Paul
  • Bischofspalast
  • Moschee Gazi Khassim, zur christlichen Kirche umgebaut
  • Frühchristlicher Friedhof aus spätrömischer Zeit mit ausgemalten Grabkammern (Weltkulturerbe der UNESCO)
  • Botanischer Garten der Universität Pécs (PTE)
  • Fernsehturm auf dem Berg Misina
  • Kirche auf dem Berg Havihegy (Schneeberg)
  • Ruinen auf dem Tettye
  • Synagoge, erbaut 1869
Pécs Reise Tipps

Eine Führung durch die Wahrzeichen der Stadt

Der weitläufige Platz mit seinen großen Terrassen bildet das Herz der Stadt, umgeben von prächtigen Gebäuden, darunter das üppig geschmückte neobarocke Rathaus. In der Mitte erheben sich die für ungarische und österreichische Städte typische Dreifaltigkeits- oder Pestsäule sowie die Reiterstatue des siegreichen Feldherrn im Türkenkrieg, János Hunyadi. Die ehemalige Moschee Gazi Khassim am oberen Ende des Platzes, das Wahrzeichen der Stadt, geht auf die fast 150-jährige Türkenzeit zurück. Hier kann eine originelle Besonderheit bewundert werden: Auf den türkischen Halbmond über der mächtigen Kuppel wurde ein christliches Kreuz aufgesetzt.

Lieblingsmotiv der Pécs-Besucher ist jedoch der in irisierend grüner Farbe schimmernde Widderkopf-Brunnen am unteren Ende des Platzes. Er weist auf das berühmteste und volkstümlichste der zehn Museen der Stadt hin, das Miclos-Zsolnay-Museum. Sein Namensgeber schuf im 19. und bis ins 20. Jh. metallartig glänzende Keramik-Kunstwerke, die auf Ausstellungen in aller Welt bewundert wurden und in kleinerem Umfang bis heute hergestellt werden. Ein weiteres Museum widmet sich dem aus Pécs stammenden, weltbekannten Op Art-Künstler Victor Vasarely.

Am stimmungsvollen, von Kastanien beschatteten Domplatz erhebt sich der aus dem 11.-12. Jh. stammende Dom, eine dreischiffige Basilika mit vier romanischen Ecktürmen. Die Ausmalungen im Inneren stammen von dem deutschen Maler Karl Christian Andreae (1823-1904) sowie von ungarischen Künstlern. Ein im 4. Jh. zur Zeit der Römer angelegter frühchristlicher Friedhof mit der Grabkammer „Petrus und Paulus”, ausgemalten Grabkapellen und der siebenkantigen „Cella Septichora“ wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Er liegt fünf bis sechs Meter unter der Erde, doch kann man schon von oben durch begehbare Glasplatten einen Einblick in die weltweit ziemlich einzigartige Anlage nehmen.