Bratislava - Geheimtipp an der Donau

Städtereise Bratislava Flusskreuzfahrt

Die slowakische Hauptstadt Bratislava, 4 km von der österreichischen Grenze entfernt, lag immer etwas im Schatten der nahen Metropolen Wien und Budapest. Das ist eigentlich schade, denn der Jahrhunderte lange Einfluss Österreichs und Ungarns hat sich unübersehbar im Stadtbild niedergeschlagen und verleiht der 420.000 Einwohner großen Stadt noch immer etwas von der Atmosphäre der K. & K. Glanzzeiten, was sie zu einem Geheimtipp bei Donaukreuzfahrten macht.

Weil die Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert in den letzten Jahren schmuck restauriert wurden, in den Straßen der Altstadt und in zahlreichen Cafés und Kneipen viel los ist, gibt sich die slowakische Metropole heute gleichermaßen charmant und liebenswert – und witzig, denn immer wieder trifft man auf originelle Bronzefiguren. Da beugt sich ein Soldat über eine Parkbank und belauscht die Sitzenden, und aus einem Gully beobachtet ein Kanalarbeiter das bunte Treiben in den Straßen.

Bratislava wurde schon 907 erwähnt und war fast 250 Jahre lang, von 1541-1783, Hauptstadt des Königreichs Ungarn. Mächtig thront die viertürmige Burg über der Stadt, das Wahrzeichen von Bratislava. Ihr heutiges Aussehen als vierflügelige Anlage mit zentralem Hof erhielt sie in der Renaissance- und frühen Barockzeit, als sie Krönungssitz der ungarischen Könige war. 1750-1760 baute der österreichische Kaiserhof die Burg als Repräsentationssitz aus und erweiterte sie um einen weiteren Palast. Heute befinden sich Repräsentationsräume der Regierung sowie das Slowakische Nationalmuseum in der Burg. Von den umgebenden Gärten und Terrassen genießt man den eindrucksvollsten Blick über die Stadt und auf die Donau. Der Burghof wird im Sommer zur Bühne von Shakespeare-Festspielen. Zudem wird Bratislava als Stadt der Musik bezeichnet. Die Ensembles des Balletts und der Oper des Slowakischen Nationaltheaters genießen weltweit einen ausgezeichneten Ruf, und jedes Jahr locken Klassik-, Rock- und Popfestivals Fans aus ganz Europa in die Stadt.

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Historische Bauten in Bratislava entdecken

Ein weiteres Wahrzeichen von Bratislava ist das Michelstor mit seinem eleganten, barocken Zwiebelturmdach aus dem 18. Jahrhundert. Sehenswerte Gebäude sind außerdem das Alte Rathaus mit barockem Turm, wie man ihn sonst eheran Kirchen sieht, sowie das ebenfalls barocke Opernhaus. Die dreischiffige gotische St. Martins Kathedrale wurde an der Stelle einer früheren romanischen Kirche aus dem Jahr 1221 errichtet und diente zwischen 1563 und 1830 als Krönungskirche der ungarischen Könige und Königinnen. Daran erinnert die 300 kg schwere Stephanskrone auf dem 85 Meter hohen neugotischen Kirchturm. In einem Seitenschiff kann die älteste erhaltene Bleiskulptur von 1734 aus dem mittelosteuropäischen Raum bewundert werden. Im Primatialpalais, 1778-1781 für den Erzbischof von Esztergom erbaut, befindet sich die Städtische Galerie mit sechs besonders wertvollen Gobelins. Sie wurden in der königlichen Tapisserie-Manufaktur in England 1630-1640 hergestellt und zeigen Szenen aus der griechischen Mythologie. Direkt an der Donau liegt die prächtige Reduta, die Slowakische Philharmonie, 1911-1915 im eklektischen Stil an der Stelle eines barocken Getreidespeichers aus dem 18. Jahrhundert errichtet.

Markanteste von mehreren Donaubrücken ist die 1967-1972 erbaute SNP Brücke – benannt nach dem Slowakischen Nationalaufstand. Das Stadtbild wird außerdem von mehreren Dutzend Palais meist aus dem 17. und 18. Jahrhundert geprägt, darunter das Palais Grassalkovich von 1760 im Rokoko-Stil, heute Sitz des slowakischen Präsidenten.